Gefährliches Zika-Virus erstmals auch in Deutschland durch Sex übertragen

In Deutschland hat sich erstmals ein Mensch nachweislich mit dem Zika-Virus infiziert. Eine Frau hat sich beim ungeschützten Sex bei ihrem Partner angesteckt. Experten raten zum Gebrauch von Kondomen. (Bild: Yeko Photo Studio/fotolia.com)
Alfred Domke
Erste sexuelle Übertragung des Zika-Virus in Deutschland
Es ist schon länger bekannt, dass das gefährliche Zika-Virus, dass sich derzeit in Lateinamerika ausbreitet, auch beim Geschlechtsverkehr übertragen werden kann. Nun hat sich erstmals ein Mensch in Deutschland mit dem gefährlichen Erreger angesteckt. Gesundheitsexperten empfehlen Reiserückkehrern aus betroffenen Ländern den Gebrauch von Kondomen.

Gefährliches Virus beim Sex übertragbar
Das gefährliche Zika-Virus, das sich seit Monaten in Süd- und Mittelamerika sowie der Karibik verbreitet, kann auch beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. Der Erreger, der laut Wissenschaftlern Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen verursachen kann, ist nicht nur zwischen Mann und Frau, sondern auch durch Sexualkontakt zwischen Männern übertragbar. Nun wurde bekannt, dass sich erstmals ein Mensch in Deutschland nachweislich mit dem Zika-Virus angesteckt hat. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin mitteilte, infizierte sich eine Frau beim ungeschützten Sex bei ihrem Partner, der nach einem Aufenthalt in Puerto Rico erkrankt war.

In Deutschland hat sich erstmals ein Mensch nachweislich mit dem Zika-Virus infiziert. Eine Frau hat sich beim ungeschützten Sex bei ihrem Partner angesteckt. Experten raten zum Gebrauch von Kondomen. (Bild: Yeko Photo Studio/fotolia.com)
In Deutschland hat sich erstmals ein Mensch nachweislich mit dem Zika-Virus infiziert. Eine Frau hat sich beim ungeschützten Sex bei ihrem Partner angesteckt. Experten raten zum Gebrauch von Kondomen. (Bild: Yeko Photo Studio/fotolia.com)

Frau infizierte sich bei Reiserückkehrer
Den Angaben zufolge sei angesichts der Jahreszeit und der geografischen Lage auszuschließen, dass Mücken das Virus übertragen hätten. Laut den Experten hatte sich der Partner der Frau bis Anfang April in Puerto Rico aufgehalten und dort mit Zika angesteckt. „Ähnliche Fälle wurden bereits in der Europäischen Union (EU) berichtet“, schreibt das RKI in seiner Mitteilung. „Wir haben damit gerechnet, dass es früher oder später zu einer Übertragung kommen wird“, erklärte Christina Frank von der RKI-Abteilung für Infektionsepidemiologie gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Hierzulande sei die Weitergabe des Virus von einem erkrankten Reiserückkehrer an einen Sex-Partner wahrscheinlicher als die Übertragung durch Stechmücken – vor allem in dieser Jahreszeit. Auch in Zukunft seien Fälle sexueller Übertragung nicht auszuschließen.

Gesundheitsexperten empfehlen Kondomgebrauch
Frank hob jedoch hervor, dass es gleichwohl möglich sei, sich zu schützen. In einem „Merkblatt des Gesundheitsdienstes des Auswärtigen Amtes“ heißt es dazu: Nach einem Aufenthalt in den betroffenen Ländern wird „bei Sexualverkehr mit Schwangeren und Frauen die schwanger werden können“, der Kondomgebrauch für mindestens sechs Monate empfohlen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rate bei Nicht-Schwangeren mindestens einen Monat lang nach der Rückkehr zu geschütztem Sex. Nach Angaben Franks verzeichnete das RKI seit vergangenem Herbst 49 Fälle von an Zika erkrankten Reiserückkehrern. Hinzu kommt nun die Frau, die sich beim Geschlechtsverkehr angesteckt hat und selbst nicht verreist war.

Sexuelle Übertragbarkeit „zeitlich sehr begrenzt“
Wie es in der dpa-Meldung heißt, seien in Deutschland bisher keine Fälle von Schwangeren bekannt, die mit einer Zika-Infektion zurückgekommen sind. Aus Slowenien wurde im Februar der Fall einer Schwangeren dokumentiert, die sich in Brasilien ansteckte und sich wegen schwerer Schädelfehlbildungen bei dem Fötus zur Abtreibung entschied. Professorin Regine Heilbronn, Leiterin des Instituts für Virologie der Berliner Charité, erklärte gegenüber dem dpa-Audiodienst, dass die sexuelle Übertragbarkeit des Virus „zeitlich sehr begrenzt“ sei. „Ansteckend ist ein Patient nur in der akuten Phase der Zika-Virus-Infektion und auch noch einige Wochen bis möglicherweise Monate danach.“ Aber auch bei ungeschütztem Sex müsse es nicht zwangsläufig zu einer Infektion kommen.

Zika wird in erster Linie durch Mücken übertragen
Das Zika-Virus wird in erster Linie durch den Stich bestimmter infizierter Mücken übertragen. Das RKI schreibt auf seiner Webseite: „Zikaviren werden in den meisten Fällen durch den Stich infizierter Mücken, z.B. den in den Tropen und Teilen der Subtropen weit verbreiteten Gelbfiebermücken (Aedes aegypti), übertragen. Es ist nicht auszuschließen, dass neben der Gelbfiebermücke auch andere Mücken, z.B. die asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) das Zikavirus verbreiten können.“ Der Erreger wird für Schädelfehlbildungen von Babys verantwortlich gemacht, deren Mütter sich während der Schwangerschaft mit Zika infiziert haben. Bei der sogenannten Mikrozephalie werden Kinder mit ungewöhnlich kleinem Kopf geboren, was meist zu Hirnfehlbildungen und geistiger Behinderung führt. Bei Erkrankten löst die Infektion Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen und Hautausschlag aus. (ad)

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