Gefängnis für das Verstecken von Ebola-Kranken

Heilpraxisnet

Sierra Leone will Gefängnisstrafe für das Verstecken von Ebola-Kranken

24.08.2014

In Sierra Leone soll einem Medienbericht zufolge das Verstecken von Ebola-Kranken unter Strafe gestellt werden. Mit mindestens zwei Jahren Haft werde das Verbergen eines Infizierten geahndet. Erstmals ist nun ein Brite, der in dem afrikanischen Land lebt, positiv auf das Ebola-Virus getestet worden.

Mindestens zwei Jahre Haft

Einem Medienbericht zufolge soll das Verstecken von Ebola-Kranken in Sierra Leone unter Strafe gestellt werden. Laut einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa berichtete die Online-Zeitung „Awoko“ am Samstag, dass das Verbergen eines Infizierten mit mindestens zwei Jahren Haft geahndet werde. Demnach hatte das Parlament des afrikanischen Landes am Freitag in einer Sondersitzung ein entsprechendes Gesetz beschlossen. Wie es weiter heißt, muss Präsident Ernest Bai Koroma dem Gesetz noch zustimmen.

Ausmaß der Epidemie war unterschätzt worden

Derzeit kämpfen vier Länder Westafrikas gegen die schlimmste jemals registrierte Ebola-Epidemie. Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge ist das Ausmaß der Seuche unterschätzt worden, da zahlreiche Infizierte von ihren Familien versteckt wurden. Demnach seien die Menschen davon ausgegangen, dass es für Ebola ohnehin keine Heilung gebe und es für die Todkranken besser sei, wenigstens zu Hause sterben zu können. Die gefährliche Infektionskrankheit führt in 60 bis 90 Prozent aller Fälle zum Tod.

Über 1400 Tote durch Ebola

Seit März starben laut Angaben der WHO bereits 1.427 Menschen an Ebola, davon allein 624 in Liberia. Über 2.600 Fälle von Erkrankungen seine bekannt. Weil es gegen die Krankheit bislang weder ein sicheres Heilmittel noch eine Impfung gibt, müssen sich Ärzte in der Regel darauf beschränken, bei Patienten die typischen Ebola-Symptome wie Fieber, Durchfall oder innere und äußere Blutungen zu lindern. Seit kurzem wird allerdings große Hoffnung in das neue Mittel ZMapp gesetzt, wobei die Wirksamkeit des experimentellen Medikaments noch nicht eindeutig nachgewiesen ist.

Erster bestätigter britischer Ebola-Fall

Bestätigt wurde nun auch ein erster Ebola-Fall eines britischen Staatsbürgers. Am Samstagabend hatte das Gesundheitsministerium in London laut Presseberichten mitgeteilt, dass der Mann, der in Sierra Leone lebt, positiv auf das Virus getestet wurde. Wie Gesundheitssprecher John Watson mitteilte, werde eine medizinische und konsularische Betreuung sichergestellt. Das Ministerium wollte sich jedoch nicht zu Berichten äußern, wonach der Infizierte in den kommenden Tagen nach Großbritannien geflogen werden soll. (ad)

Bildnachweis: Harald Schottner / pixelio.de