Gefahr am Grill: Wer so grillt kann sich Hepatitis-E einfangen

Alfred Domke

Sorgfalt beim Grillen: Gefährliche Infektion mit Hepatitis E droht

Zwar ist es in manchen Regionen Deutschlands wieder etwas kühler geworden, doch zum Grillen ist es fast überall noch warm genug. Experten mahnen Grillfreunde jedoch zur Sorgfalt: Denn sonst können beim Verzehr von bestimmten Lebensmitteln gesundheitliche Beeinträchtigungen drohen, im schlimmsten Fall sogar eine gefährliche Infektion mit Hepatitis E.


Beim Grillen Sorgfalt walten lassen

Die meisten Deutschen lieben Grillen. Doch Vorsicht: Wenn bei warmem Wetter wieder Würste, Fleisch und Co. auf den Rost gelegt werden, sollte einiges beachtet werden, um Gesundheitsgefahren zu minimieren. Damit Grillen gesund bleibt, sollte unter anderem darauf geachtet werden, dass das Grillgut nicht anbrennt, weil dadurch krebserregende Stoffe entstehen können. Ganz wichtig ist aber auch, Produkte aus Schweinefleisch ausreichend zu erhitzen, da sonst eine unangenehme und im schlimmsten Fall gefährliche Infektion mit Hepatitis E droht.

Gesundheitsexperten zufolge sollte beim Grillen stets Sorgfalt gewahrt werden. Wenn beispielsweise Schweinefleisch nicht ausreichend erhitzt wird, kann eine Hepatitis-E-Infektion drohen. (Bild: karandaev/fotolia.com)

Immer mehr Hepatitis-E-Erkrankungen

Wie das Universitätsklinikum Essen in einer aktuellen Mitteilung berichtet, hat die Zahl der Hepatitis-E-Erkrankungen in den letzten Jahren in Deutschland deutlich zugenommen.

Beim Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin wurden demnach 2017 knapp 3.000 Fälle gemeldet, etwa vier Mal mehr im Vergleich zu 2013.

Die Gesamtzahl der Neu-Infektionen wird von Experten in Deutschland auf Basis von Antikörper-Untersuchungen sogar auf rund 400.000 Fälle pro Jahr geschätzt.

In anderen europäischen Ländern waren in den vergangenen Jahren ebenfalls steigende Hepatitis-E-Zahlen zu verzeichnen.

„Auch wenn Hepatitis E nicht so weit verbreitet ist wie andere lebensmittelbedingte Krankheiten, handelt es sich dabei um ein wachsendes Problem in der EU“, erklärte Rosina Girones von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in einer Pressemitteilung.

Für bestimmte Personen kann die Infektion sehr gefährlich werden

Die meisten Hepatitis-E-Infektionen heilen bei den Betroffenen ohne oder mit kaum spürbaren Beschwerden aus.

Manchmal kommt es erst nach Wochen zu grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Übelkeit und Erbrechen oder auch dunklem Urin.

Später kommen oft Gelbsucht und Oberbauchschmerzen hinzu, wobei erstere nicht bei allen Patienten auftritt.

Für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder mit einer chronischen Lebererkrankung kann eine Infektion allerdings auch sehr gefährlich werden.

Wie der Leber-Experte Prof. Dr. Heiner Wedemeyer von der Universitätsmedizin Essen warnt, drohen diesen Personen chronische Verläufe mit akuten Beschwerden oder eine gefährliche Leber-Zirrhose.

Infektionsrisiko minimieren

Da nicht richtig erhitztes Schweinefleisch der häufigste Auslöser von Hepatitis-E-Infektionen ist, sollte das Fleisch auf dem Grill bei mindestens 70 Grad etwa 20 Minuten gebraten werden.

Weiterhin sollten Verbraucher, die das Risiko einer Infektion minimieren wollen, „auf den Verzehr roher Fleischprodukte wie Mett und kurzgereifter Rohwürste (z.B. frische Mettwurst) verzichten“, schreibt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) auf seiner Webseite.

„Diese Empfehlung gilt insbesondere für besonders empfindliche Personengruppen (z.B. immungeschwächte Personen, Personen mit Vorschädigungen der Leber und Schwangere)“, so die Experten. (ad)