Gefahr durch Milzbrand-Erreger im Rindfleisch

Heilpraxisnet

Warnung vor kontaminiertem Rindfleisch – Mögliche Belastung mit Milzbrand-Erregern

22.10.2014

In den vergangenen fünf Tagen wurden zahlreiche Warnungen zu verschiedenen Rindfleischprodukten ausgegeben, da das verarbeitete Rindfleisch mit Bakterien der Gattung Bacillus Anthracis – dem Auslöser von Milzbrand (Anthrax) – kontaminiert sein kann. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat auf seiner Internetseite „Lebensmittelwarnung.de“ erstmals letzten Freitag vor dem Verzehr von Deutschem Corned Beef des Herstellers Könecke Wurstfabrikation GmbH & Co KG sowie vor frischen Rinderrouladen, frischem Rindergulasch und frischem Rindermett der Landschlachterei Hanke gewarnt.

Seitdem folgten zahlreiche weitere Warnungen zu verschiedenen Rindfleischprodukten wegen möglicher Kontaminationen mit dem Bacillus Anthracis. Betroffen waren laut Angaben des BVL "das Roastbeef der Firma Struzina-Rauschen GmbH, Rindfleisch: Kugel vom Rind des Rullko SB Großmarktes, die Rindfleisch: Rind Seemerrolle gevliest des Produzenten DUSP Fleisch & Service GmbH, der Rinderbraten von REWE-Triebe, Rinderbraten von der Frank Alfert GmbH & Co. KG sowie Rindfleisch: Rinderkugel, Roastbeef der Fleischerei Werner Pieper GmbH und Roastbeef, gebraten der Horten KG." Da gesundheitliche Gefährdungen nicht ausgeschlossen werden können, wird "von einem Verzehr der Produkte dringend abgeraten". Die genauen Produktbezeichnungen und Chargennummern können auf „Lebensmittelwarnung.de“ nachgelesen werden.

Zahlreiche Rindfleischprodukte aus dem Verkauf genommen
Mindestens zwei der Rinder, die in den Produkten verarbeitet wurden, stammten laut Angaben der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen „aus einem slowakischen Betrieb, in dem Ende September Milzbrand bei einem Tier festgestellt wurde.“ Die Rückverfolgung der Lieferungen habe nun auch zu mehreren deutschen Verarbeitern, Fleischereien und Einzelhandelsgeschäften geführt. Zwar sei eine Infektion der Tiere mit dem Erreger wenig wahrscheinlich, doch könne sie nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden. „Daher wurden aus Gründen des vorsorgenden Verbraucherschutzes die Warnungen veröffentlicht“, so die Mitteilung der Verbraucherzentrale. Sämtliche noch im Handel befindlichen Produkte seien für den Verkauf gesperrt und zurückgerufen worden. Jedoch wurde ein Großteil der Ware vermutlich bereits im Zeitraum Ende September bis Anfang Oktober verkauft, berichtet die Verbraucherschutzzentrale weiter. Die Betroffenen Lebensmittel können auch ohne Kaufbeleg gegen Erstattung des Kaufpreises in den jeweiligen Geschäften zurückgegeben werden.

Haut-, Lungen- und Darmmilzbrand
Milzbrand-Infektionen beim Menschen sind allgemein ehre selten, jedoch stellen die Erreger für Paarhufer wie Rinder und Schafe ein erhebliches Risiko dar, das ganze Bestände dahinraffen kann. Beim Menschen werden drei verschiedene Formen des Milzbrandes unterschieden: Hautmilzbrand, Lungenmilzbrand und Darmmilzbrand. Der Hautmilzbrand birgt dabei für die Betroffenen das geringste Risiko, allerdings kann auch er tödlich enden. Lungenmilzbrand entsteht, wenn die Milzbrandsporen in die Lunge gelangen und sich hier ausbreiten können. Die Folge sind Husten, Atemnot, hohes Fieber und Schüttelfrost. Die Todesrate bei dieser Milzbrandform ist relativ hoch und nicht selten versterben die Infizierten innerhalb einer Woche an einem septischen Schock. Der Verzehr kontaminierten Rindfleisches kann in seltenen Fällen auch einen Darmmilzbrand verursachen, der mit schweren Symptomen wie starkem Durchfall, Blut im Stuhl oder blutigem Erbrechen einhergeht. Auch hier droht den Betroffenen im weiteren Verlauf schlimmstenfalls eine Blutvergiftung mit Organversagen. Die Behandlung einer Milzbrandinfektion erfolgt in der Regel mit Antibiotika. (fp)

Bild: Peter Smola / pixelio.de