Gefahr fürs Herz: Wie lässt sich Bluthochdruck auch ohne Medikamente senken?

Viele Menschen wissen nichts von ihrem hohen Blutdruck. Das kann fatale Folgen haben, denn Bluthochdruck ist Risikofaktor Nummer Eins für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. (Bild: one/fotolia.com)
Alfred Domke
Stiller Killer: Blutdruck auch ohne Medikamente senken
Laut Gesundheitsexperten leidet etwa jeder dritte Erwachsene in Deutschland an Bluthochdruck. Wird dieser nicht behandelt, drohen schwere Folgekrankheiten wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Um den Blutdruck zu senken, muss man nicht unbedingt auf Medikamente zurückgreifen. Oft helfen auch eine gesündere Lebensweise und Hausmittel gegen Bluthochdruck.

Viele spüren nichts von ihrem Bluthochdruck
Der Deutschen Hochdruckliga (DHL) zufolge leiden etwa 20 bis 30 Millionen Menschen in Deutschland an Bluthochdruck (Hypertonie). Das Tückische ist: Bluthochdruck wird von den Patienten lange nicht gespürt und fällt häufig erst auf, wenn er Organschäden verursacht hat. Er wird daher – wie auch andere Erkrankungen – als „stiller Killer“ bezeichnet. Anlässlich der bundesweiten Herzwochen der Deutsche Herzstiftung informieren Gesundheitsexperten unter dem Motto „Herz unter Stress“ über die wichtigsten Risikokrankheiten für Herz-Kreislauf-Leiden wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen (Vorhofflimmern).

Viele Menschen wissen nichts von ihrem hohen Blutdruck. Das kann fatale Folgen haben, denn Bluthochdruck ist Risikofaktor Nummer Eins für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. (Bild: one/fotolia.com)
Viele Menschen wissen nichts von ihrem hohen Blutdruck. Das kann fatale Folgen haben, denn Bluthochdruck ist Risikofaktor Nummer Eins für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. (Bild: one/fotolia.com)

Hoher Blutdruck schädigt die Gefäße
Neben Bluthochdruck zählen dazu unter anderem auch Diabetes, ein hoher Cholesterinspiegel und Stress.

„Damit unser Herz täglich 7.000 Liter Blut durch unser Gefäßsystem pumpen kann, um Organe und Muskeln mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen, müssen wir Herz und Gefäße vor der gefäßschädigenden Wirkung von Bluthochdruck, Diabetes mellitus, hohen Cholesterinspiegeln und Stress schützen“, warnte der Herzspezialist Prof. Dr. med. Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung in einer Mitteilung.

Jeder dritte Deutsche leidet an Bluthochdruck
Wie auch für die anderen „stillen Killer“ gilt für Bluthochdruck: Besser früh diagnostizieren und therapieren. Obwohl fast jeder dritte Bundesbürger betroffen ist, ahnen viele nichts von ihrem Bluthochdruck. Manche denken, Bluthochdruck sei eine „Alterserkrankung“. Doch diese Annahme ist falsch.

Zwar erkranken vor allem ältere Menschen, doch zunehmend sind auch jüngere Menschen betroffen. Vor allem junge Männer wissen häufig nichts von ihren zu hohen Blutdruckwerten und lassen sich auch weniger oft behandeln. Unbehandelter Bluthochdruck zählt zu den größten Gesundheitsrisiken in der westlichen Welt. Er ist Risikofaktor Nummer Eins für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Blutdruck natürlich senken
Zwar wird Betroffenen oft schnell zu Blutdrucksenkern geraten, doch in vielen Fällen kann Bluthochdruck auch ohne Medikamente behandelt werden. Neben regelmäßiger Bewegung ist hier vor allem eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung mit wenig Fett, Zucker und Salz zu nennen.

Interessant sind zudem Untersuchungsergebnisse, die vor kurzem auf einer Tagung der „American Heart Association“ (AHA) vorgestellt wurden. Demnach lindert Natur-Joghurt Bluthochdruck bei Frauen. Auch Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Übergewicht oder Adipositas sind zu vermeiden. Zudem können Entspannungsübungen zum Stressabbau wie Yoga oder autogenes Training sehr wirkungsvoll sein und zu hohe Blutdruckwerte positiv beeinflussen. Eine gute Unterstützung können manche Hausmittel wie Kneipp´sche Anwendungen bieten.

Bei manchen Patienten wirken Medikamente nicht
Doch bei manchen Patienten helfen weder natürliche Maßnahmen, noch Arzneien. „Etwa die Hälfte aller Bluthochdruckpatienten können trotz medikamentöser Therapie ihren Blutdruck nicht ausreichend senken“, berichtete das Universitätsklinikum Freiburg vor kurzem in einer Pressemitteilung. Der dauerhaft belastete Körper reagiert darauf mit weiteren Erkrankungen. An der Hochschule wird nach eigenen Angaben an einer neuen Technik geforscht, die solchen Patienten helfen kann. (ad)

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