Geflügelfleisch oft mit Keimen belastet

Heilpraxisnet

Keimbelastetes Geflügelfleisch ein Problem

08.04.2015

Die Keimbelastung beim Geflügelfleisch ist ein erhebliches Problem, das nach Ansicht des BUND in engem Zusammenhang mit den Betriebsformen und -zielen steht. Vielfach ist Geflügelfleisch mit Bakterien wie Salmonellen, Campylobacter oder MRSA-Keimen belastet, so das Ergebnis einer kürzlichen Untersuchung des Bundesamtes für Verbraucherschutz.

Mit den durchschnittlich 20 Kilogramm Geflügelfleisch, die jeder Deutsche pro Jahr konsumiert, werden oftmals auch potentielle Krankheitserreger aufgenommen. So hat die Untersuchung des Bundesamtes für Verbraucherschutz zum Beispiel gezeigt, dass mehr als 37 Prozent der Proben des frischen Hähnchenfleisch mit Campylobacter belastet waren. Auch multiresistente Keime aus der Gattung MRSA konnten vermehrt auf dem Geflügelfleisch nachgewiesen werden. Der BUND hat in einer eigenen Untersuchung sogar auf 88 Prozent der Proben des Putenfleischs vom Discounter resistente Keime nachgewiesen.

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Geflügelfleisch oft mit multiresistenten Keimen belastet
Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger erklärte, dass die „wachsende Exportorientierung der Fleischindustrie, oft durchgehend maschinelle Prozesse bei der Nutztierhaltung und alarmierende Belastungen von Discounter-Fleisch mit antibiotikaresistenten Keimen Belege dafür (sind), dass die Agrarpolitik in die falsche Richtung läuft.“ Die Belastung des Geflügelfleischs mit antibiotikaresistenten Keimen ist dabei unter gesundheitlichen Gesichtspunkten besonders kritisch zu bewerten, doch auch die übrigen nachgewiesenen Keime können zu Beschwerden wie Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechenführen.

Aufnahme der Keime vermeiden
Das Bundesamt für Verbraucherschutz gibt zudem Hinweise darauf, wie die Aufnahme der Keime über die Lebensmittel minimiert werden kann. So sollte das Geflügelfleisch idealerweise schon während des Einkaufs und des anschließenden Transports gekühlt werden. Hier kann eine Kühltasche helfen. Des Weiteren empfiehlt das Bundesamt für Verbraucherschutz tiefgefrorene Lebensmittel als letztes zu kaufen. Darüber hinaus sollte grundsätzlich vor der Verwendung eines Lebensmittels dessen Mindesthaltbarkeitsdatum kontrolliert werden und frische Lebensmittel sollten vor der weiteren Verarbeitung gründlich gereinigt beziehungsweise geschält werden, so das Bundesamt. Werden rohe Produkte wie Eier, Fisch oder Fleisch verwendet, rät das Bundesamt, bei der Küchenarbeit unterschiedliche Schneidebretter, Schälchen und Messer zu verwenden. Auch die Hände sollten zwischendurch gewaschen werden. Tiefgekühltes Geflügelfleisch wird am besten im Kühlschrank und nicht bei Zimmertemperatur aufgetaut und das Abtauwasser sollte anschließend vom Produkt abgewaschen werden, so der Hinweis der Verbraucherschützer.

Geflügelfleisch ausreichend erhitzen
Um die Krankheitserreger auf dem Geflügelfleisch abzutöten, ist im Rahmen der Zubereitung auch auf eine ausreichende Erhitzung zu achten. Hierzu erläutert das Bundesamt für Verbraucherschutz, dass eine Kerntemperatur von mindestens 70 Grad Celsius erreicht werden müsse, um Krankheitserreger wie beispielsweise Salmonellen zu vernichten. Mit einem Bratthermometer könne die Temperatur im Zweifelsfall überprüft werden. (fp)

>Bild: Urs Mücke / pixelio.de