Gehirn-Doping: Kann Traubenzucker wirklich die Konzentration intensivieren?

Traubenzucker ist ein beliebtes Nahrungsergänzungsmittel, auf das etwa vor wichtigen Prüfungen zurückgegriffen wird. Er soll schließlich die Konzentration fördern. Stimmt das aber wirklich? (Bild: Dan Race/fotolia.com)
Alfred Domke
Vor wichtigen Prüfungen: Kann Traubenzucker die Konzentration fördern?
In Internetportalen wird oft zu Traubenzucker geraten, wenn knifflige Aufgaben zu erledigen sind oder wichtige Prüfungen anstehen. Solche Präparate sollen die Konzentration fördern. Stimmt das aber tatsächlich?

Wenn wichtige Prüfungen anstehen
Vor allem Schüler und Studenten greifen gerne zu Traubenzucker, wenn komplizierte Aufgaben zu erledigen sind beziehungsweise wichtige Prüfungen anstehen. Das Nahrungsergänzungsmittel gilt schließlich als sogenanntes „Brainfood“, als Doping fürs Gehirn. Doch ist wirklich etwas dran am Mythos des konzentrationsfördernden Traubenzuckers? Die Antwort darauf fällt nicht ganz eindeutig aus.

Traubenzucker ist ein beliebtes Nahrungsergänzungsmittel, auf das etwa vor wichtigen Prüfungen zurückgegriffen wird. Er soll schließlich die Konzentration fördern. Stimmt das aber wirklich? (Bild: Dan Race/fotolia.com)
Traubenzucker ist ein beliebtes Nahrungsergänzungsmittel, auf das etwa vor wichtigen Prüfungen zurückgegriffen wird. Er soll schließlich die Konzentration fördern. Stimmt das aber wirklich? (Bild: Dan Race/fotolia.com)

Fördert Traubenzucker tatsächlich die Konzentration?
Manche Menschen, die im Job, der Uni oder in der Schule mit Müdigkeit, Stress oder Konzentrationsschwierigkeiten zu kämpfen haben, greifen oft zu Traubenzucker. Dieser wird als Nahrung fürs Gehirn angesehen und soll Energie liefern und die Konzentration fördern.

Aber stimmt das tatsächlich? Ja und Nein. Diätassistentin Susanne Kupczyk vom Interdisziplinären Stoffwechsel-Centrum an der Charité – Universitätsmedizin Berlin erklärt dazu in einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa, die Annahme sei grundsätzlich „schon korrekt“. „Aber es geht eher um Kohlenhydrate“, die im Körper alle zu Glucose – also Traubenzucker – abgebaut werden. „Das Gehirn nimmt sich dann seinen Teil.“

Energie wird schnell bereitgestellt
Experten zufolge verbraucht unser Gehirn 20 Prozent der gesamten Energie, die wir aus der aufgenommenen Nahrung verstoffwechseln und verbrennt pro Tag 20 Gramm Traubenzucker (Glucose). Da der Traubenzucker im Gehirn nicht, wie in den Muskeln, gespeichert werden kann, ist es auf einen stabilen Blutzuckerspiegel angewiesen.

Fällt dieser ab, schwinden Konzentration und Denkfähigkeit. Nehmen wir Einfachzucker, etwa in Form von Schokolade oder Traubenzuckerbonbons zu uns, jagt dies den Blutzuckerspiegel zunächst stark in die Höhe. Energie wird entsprechend schneller bereitgestellt.

Für Kinder völlig ungeeignet
„Sie ist aber auch schnell verbraucht und man kommt in ein Leistungstief“, erklärt Kupczyk. Laut der Diätassistentin wäre es besser, bei Stress über den Tag verteilt vier bis sechs kleine Mahlzeiten mit komplexen Kohlenhydraten (Vollkornprodukte, Reis, Kartoffeln oder Nudeln) zu sich zu nehmen – so beugt man dem Leistungstief vor.

Für manche Menschen ist Traubenzucker ohnehin nicht zu empfehlen, meinen andere Experten. So schreibt die Verbraucherzentrale auf ihrer Webseite: „Die Eigenschaft von Traubenzucker, schnell ins Blut zu gelangen, kann bei sportlichen Höchstleistungen von Nutzen sein.“

Aber: „Für spielende Kinder ist er völlig ungeeignet, da er nur „leere“ Kalorien liefert und aufgrund der schnellen Verarbeitung und daraus resultierenden Blutzuckerschwankungen Heißhungerattacken auslösen kann.“ (ad)

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