Gehirnentzündung: FSME-Infektion auch durch Rohmilch bestätigt

Alfred Domke
FSME-Infektion durch Ziegen-Rohmilch
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine gefährliche Infektionskrankheit, die unter anderem zu einer Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute führen kann. Übertragen wird die Krankheit durch Zecken. Experten berichten nun jedoch, dass auch FSME-Infektionen durch Rohmilch belegt werden konnten.

Gesundheitsrisiko durch Rohmilch
Frische Milch vom Bauernhof erfreut sich wachsender Beliebtheit. Unter Experten ist jedoch umstritten, ob deren Verzehr mehr Vor- oder Nachteile mit sich bringt. So berichteten Forscher zwar, dass Rohmilch Kinder vor Asthma schützt, andererseits befinden sich darin auch zahlreiche Keime, weshalb Fachleute, wie etwa vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) darauf hinweisen, Rohmilch vor dem Verzehr immer abzukochen. Nun berichten Forscher über ein weiteres, bislang unbekanntes Gesundheitsrisiko durch Rohmilch.

Wissenschaftlern zufolge wurden erstmals FSME-Erkrankungen aufgrund von infizierter Ziegen-Rohmilch in Deutschland belegt. (Bild: Jenny Sturm/fotolia.com)

FSME wird nicht nur durch Zecken übertragen
„Zum ersten Mal verfügen Wissenschaftler über Erkenntnisse aus einem gut dokumentierten Fall von zwei FSME-Erkrankungen aufgrund von infizierter Ziegen-Rohmilch in Deutschland“, schreibt die Universität Hohenheim in einer Mitteilung.

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) kann vor allem bei älteren Menschen schwer verlaufen. Bei etwa einem Drittel der Infizierten treten Krankheitserscheinungen auf.

Zunächst kommt es zu grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen und Schwindel.

Bei rund zehn Prozent entstehe laut Ärzten auch eine Hirnhaut- und Gehirnentzündung mit der Gefahr von bleibenden Schäden wie Lähmungen. Bei ein bis zwei Prozent der Erkrankten führt die Erkrankung zum Tode.

Infektion durch den Genuss von Ziegen-Rohmilch
Es ist lange bekannt, dass Zecken schwere Krankheiten übertragen. Neben FSME ist hier vor allem auch Lyme-Borreliose zu nennen.

Wissenschaftler der Uni Hohenheim werden bei einer Pressekonferenz über den Fall berichten, bei dem sich zwei Personen im vergangenen Jahr durch den Genuss von Ziegen-Rohmilch mit FSME-Erregern infizierten.

„Vereinzelt waren solche Fälle bereits aus Osteuropa bekannt. Bei der Erkrankung in Deutschland handelt es sich um den ersten umfassend dokumentierten Fall“, schreiben die Experten.

Sie wollen auch noch weitere neue Erkenntnisse zum Thema Zecken vorstellen. Den Angaben zufolge wurde in diesem Jahr zum ersten Mal FSME bei einer bislang nie befallenen Zeckenart nachgewiesen. (ad)