Geistige Fitness durch strikte Diät fördern

Astrid Goldmayer

Studie: Kann die geistige Fitness durch eine strikte Diät gefördert werden?

21.12.2011

Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie soll eine kalorienarme Ernährung die geistige Fitness fördern. Italienische Wissenschaftler zeigten dies anhand einer Studie mit Mäusen, die etwa 30 Prozent weniger Nahrung erhielten. Verantwortlich für die geistige Fitness ist ein Proteinmolekühl, das durch kalorienarme Ernährung angeregt wird. Wissenschaftler hoffen nun, das Molekühl auch ohne Diät mit Hilfe von Medikamenten zu aktivieren.

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Proteinmolekühl für gute Gehirnfunktion wird durch kalorienarme Ernährung aktiviert
Fettleibige Menschen erkranken im Alter häufiger an Demenz als Menschen ohne Gewichtsprobleme. Ursache könnte eine zu kalorienreiche Kost sein. Laut der im US-amerikanischen Fachblatt „Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlichten Studie fanden italienische Wissenschaftler heraus, dass kalorienarme Ernährung das Proteinmolekühl CREB1 aktiviert. Dieses Molekühl ist für die geistige Fitness und Langlebigkeit zuständig.

Mäuse reagieren auf reduzierte Nahrungsmenge mit bessren kognitiven Fähigkeiten
Für die Studie wurden Mäuse mit lediglich 70 Prozent ihrer üblichen Nahrungsmenge gefüttert. Durch die Aktivierung des Proteinmoleküls CREB1 entwickelten die Tiere bessere kognitive Fähigkeiten, erkrankten später oder seltener an Alzheimer und waren weniger aggressiv. Der Zusammenhang zwischen reduzierter Nahrung und besserer Gehirnfunktion ist Forschern bereits seit einiger Zeit bekannt, jedoch war die Ursache unbekannt. Studien-Autor Giovambattista Pani spekuliert nun darauf, dass Proteinmolekühl auch ohne Diät mithilfe von Medikamenten zu aktivieren. Die Ergebnisse der Studie können dabei helfen, zukünftige Therapien zu entwickeln, um die Alterung des Gehirns aufzuhalten.

Macht ungesunde Ernährung „dick und doof“?
Dass ungesunde Ernährung dick macht ist seit langem bekannt. Durch die Ergebnisse der Italienischen Forscher vermuten Forscher wie der US-Neurologen Marc Gordon, eine Erklärung dafür gefunden zu haben, warum fettleibige Menschen im Alter häufiger an Demenz erkranken als Menschen ohne Gewichtsprobleme.

Bereits Anfang des Jahres kamen US-amerikanische Wissenschaftler in zwei unabhängigen Studien zu dem Schluss, dass ein direkter Zusammenhang zwischen Übergewicht und beeinträchtigter Gehirnfunktion besteht. Falsche Ernährung im Zusammenspiel mit Übergewicht könne ganze Hirnregionen schrumpfen lassen, wodurch weiter Störungen im Essverhalten bedingt werden, berichten die Wissenschaftler.

Antonio Convit vom Nathan Kline vom Institut für Psychiatrieforschung in New York fanden mit ihren Kollegen heraus, dass bei Übergewichtigen eine deutliche Verkleinerung bestimmter Belohnungs- und Appetitzentren im Großhirn sowie wesentliche Strukturschäden vorlagen. Terry Davidson von der Purdue Universität in West Lafayette in Illinois und sein Doktorand Scott Kanoski kommen in ihrer Untersuchung zu dem Ergebnis, dass die Schädigung des Gehirns und der anschließende Teufelskreis durch die falsche Ernährung in Gang gesetzt wird. (ag)