Gen lässt Zellen bei Fliegen länger leben

Heilpraxisnet

Zelltherapie erhöht die Lebensdauer von Fliegen

16.01.2015

Mittels Aktivierung eines Gens gelang es Berner Forschern, die Lebensdauer von Fliegen um 50 bis 60 Prozent zu erhöhen. Das sogenannte Azot-Gen zerstört ungesunde Zellen. Da das Gen auch beim Menschen vorkommt, könnten die Studienergebnisse Hinweise darauf geben, wie zukünftig der Alterungsprozess verlangsamt werden könnte. Die Untersuchung wurde in der Fachzeitschrift „Cell“ veröffentlicht.

Gen könnte Alterungsprozesse in Zellen verlangsamen
„Unsere Körper bestehen aus mehreren Billionen Zellen“, wird Studienleiter Eduardo Moreno in einer Mitteilung der Universität Bern zitiert. „Während wir altern, sammeln sich in ihnen aufgrund von Überbelastungen oder äusserer Störfaktoren, wie der UV-Strahlung der Sonne, immer mehr zufällige Defekte an.“ Doch diese Zelldefekte treten nicht überall gleichzeitig und mit einer identischen Intensität auf. „Manche Zellen sind stärker davon betroffen als andere. Wir kamen deshalb auf die Idee, dass wir die Gesundheit des Zellgewebes und damit die Lebensdauer eines Organismus erhöhen können, indem wir die gesunden Zellen auslesen und die beschädigten eliminieren“, so Moreno weiter.

Um diesen Ansatz zu verfolgen, untersuchten sie die Zellen der Fruchtfliege Drosophila melanogaster. Dabei entdeckten sie ein Gen, das häufiger in defekten und seltener in gesunden Zellen aktiviert wird, das sogenannte Ahuizotl-Gen (kurz:Azot-Gen). Es zerstört ungesunde Zellen, um Organe wie das Gehirn zu schützen.

Im Normalfall enthält jede Zelle zwei Kopien des Gens. Um die Eliminierung der beschädigten Zellen effektiver zu machen, fügten die Forscher eine dritte Kopie des Gens ein. Das Ergebnis dieser zellulären „Qualitätskontrolle“ war Moreno zufolge „äußerst aufregend“. Denn die Fliegen hatten nach der Behandlung ein gesünderes Zellgewebe und alterten langsamer. Zudem verlängerte sich ihre Lebensdauer. „Unsere Fliegen lebten im Mittel um 50 bis 60 Prozent länger als ihre übrigen Artgenossen“, erläutert Christa Rhiner, Ko-Autorin der Studie.

Die Forscher vermuten, dass das Azot-Gen beim Menschen die Alterungsprozesse verlangsamen könnte, indem es der zunehmenden Degradation von Gewebe und Nervenzellen entgegenwirkt. (ag)

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Bildnachweis: Martin Schemm / pixelio.de