Gene sind entscheidend: Nicht jeder kann Spargel im Urin riechen

Alfred Domke
Stechender Geruch von Urin nach Spargel-Genuss nicht für alle zu riechen
Spargel gehört zu den beliebtesten Gemüsesorten der Deutschen. Liebhaber des Edelgemüses kennen leider auch den üblen Geruch von Urin, der sich nach dem Genuss von Spargel einstellt. Doch viele Menschen bemerken diesen gar nicht. Schuld daran sind die Gene, wie US-amerikanische Wissenschaftler nun berichten.

Lecker und gesund
Die meisten Deutschen lieben Spargel. Das Edelgemüse ist nicht nur lecker, sondern auch gesund. So wird den Stangen unter anderem eine positive Wirkung auf das Nervensystem, das Zellwachstum (Haut, Haare) und die Verdauung zugeschrieben. Zudem sind in dem Gemüse eine Vielzahl wertvoller Vitamine (A, C, B1, B2 und E) sowie Mineralstoffe und Spurenelemente (Eisen, Kalzium, Kalium, Kupfer, Magnesium, Phosphor und Zink) enthalten. Von Gesundheitsexperten wird unter anderem bei Verstopfung, Gallen- und Leberleiden, Diabetes oder Problemen mit der Blase zu dem beliebten Gemüse geraten. Ein Nachteil: Spargel-Verzehr führt zu übelriechendem Urin. Doch nicht alle Menschen können diesen riechen.

Laut einer neuen Studie nehmen über die Hälfte der Menschen den üblen Geruch von Urin nach dem Verzehr von Spargel nicht wahr. Schuld daran sind bestimmte Genvariationen. (Bild: Robert Kneschke/fotolia.com)

Viele nehmen den üblen Geruch im Urin nicht wahr
Ein Forscherteam von der „Harvard T. H. Chan School of Public Health“ in Boston hat nun untersucht, warum das so ist. Für ihre Arbeit werteten die Wissenschaftler zwei frühere Studien, die Nurses‘ Health Study und die Health Professionals Follow-up Study, mit insgesamt über 6.900 Teilnehmern aus.

Wie „NBC News“ schreibt, zeigten die Ergebnisse, dass „40 Prozent der Studienteilnehmer sicher waren, dass sie einen deutlichen Geruch in ihrem Urin nach dem Spargel-Verzehr riechen konnten, und 60 Prozent sagten, sie könnten dies nicht, sie wurden daher als „Spargel geruchsblind“ eingestuft“.

Bestimmte Variationen im Genom
Die Forscher hatten schon zuvor eine genetische Ursache für dieses Phänomen vermutet. Bei ihrer Untersuchung stellten sie dann tatsächlich fest, dass diese Geruchsblindheit mit bestimmten Variationen im Genom der Probanden in Verbindung zu bringen sind.

Den Angaben zufolge fanden die Experten bestimmte genetische Merkmale in der DNA, die in einem signifikanten Zusammenhang mit der Fähigkeit stehen, die Abbauprodukte des Spargels im Urin riechen zu können.

Warum es bei manchen Menschen solche Genvariationen gibt und bei anderen nicht, ist bislang jedoch nicht bekannt.

Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Ergebnisse nun in der Weihnachtsausgabe des Fachmagazins „British Medical Journal“. (ad)