Gentechnik: Apell an Aigner

Thorsten Fischer

Gentechnik: Apell an Aigner

20.02.2011

Mit einem Appell für gentechnikfreie Futtermittel wendet sich die Organisation „Campact!- Demokratie in Aktion“ an die Bundesagrarministerin Ilse Aigner. Hintergrund des Appells ist eine Abstimmung der EU- Kommission am kommenden Dienstag. Dort wird entschieden, ob zukünftig eine Beinhaltung von gentechnisch veränderten Pflanzen in Futtermitteln erlaubt sein wird. Bisher dürfen Ladungen, die gentechnisch veränderte Organismen (GVO) enthalten und die keine Zulassung besitzen, in der EU nicht verfüttert werden. Diese Null- Toleranz- Regel könnte laut Campact nun gekippt werden. Die Organisation sieht als treibende Kraft hinter der Abstimmung die Lobbykräfte der Futtermittelindustrie, denen die bisherige Regelung ein Dorn im Auge sein soll. Sie sollen laut Campact daran arbeiten, dass die Komission am Dienstag einen Grenzwert von einer Promille beschliessen soll.

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Campact bezeichnet die möglichen zukünftigen gentechnischen Bestandteile als Verunreinigungen und weist daraufhin, dass die zu erwartende Neuregelung noch nicht einmal in den Vereinigten Staaten, die ansonsten als eher gentechnikfreundlich gelten, eine solche Grenzwerteinführung beschlossen werden würden. Die betroffenen Pflanzen bezeichnet Camapct weiterhin als illegal und fordert von der deutschen Verbraucherschutzministerin, dass sie in der Abstimmung dagegen stimmen soll. Am morgigen Montag soll es sogar eine Anzeige in der Süddeutschen Zeitung (SZ) im Wahlkreis von Aigner geben.

Zur Unterstützung hat Campact einen Appell formuliert, den bereits 45 000 Menschen unterzeichnet und an die Bundesministerin geschickt haben sollen. Bis zum Dienstag sollen es insgesamt 60 000 Unterzeichner/innen werden. (tf)

Bildnachweis: Ernst Rose / pixelio.de