Geringere Lebenserwartung: Stehen im Büro ist so gefährlich wie Sitzen

Sebastian
Studie zeigt: Nicht Sitzen oder Stehen beeinflussen unsere Gesundheit sondern Bewegung
Zuviel Sitzen und zu wenig Bewegung soll schädlich für den menschlichen Körper sein. Jahrelang wurde vermutet, dass viel Sitzen zu einer geringeren Lebenserwartung führt. Hierbei schien es egal zu sein, ob sich der Betroffene sonst viel bewegt oder nicht. Forscher fanden aber nun in einer Studie heraus, dass unsere Sitzzeit nicht mit einem erhöhten Sterblichkeits-Risiko zusammenhängt.

Die meisten Menschen in Deutschland sitzen zu viel. In der heutigen Zeit verrichten viele Menschen ihre Arbeit in Büros. Somit ist es kein Wunder, dass der durchschnittliche Deutsche den überwiegenden Teil des Tages im Sitzen verbringt.

Stehen oder Sitzen: Beides im Büro schädlich für die Gesundheit. Bild: endostock - fotolia
Stehen oder Sitzen: Beides im Büro schädlich für die Gesundheit. Bild: endostock – fotolia

Frühere Studien falsch: Langes Sitzen erhöht nicht Erkrankungsrisiko
In den letzten Jahren hatten etliche Studien darauf hingedeutet, dass tägliches langes Sitzen das Risiko für viele Erkrankungen erhöht. So wurden beispielsweise Diabetes, einige Formen von Krebs und Probleme mit dem Herz-Kreislauf-System mit zu viel Sitzen in Verbindung gebracht. Auch Sport und sonstige Bewegung schienen dies nicht ausgleichen zu können. Arbeitgeber reagierten auf diese Ergebnisse mit dem Aufstellen von Stehpults oder höhenverstellbaren Tischen in vielen Büros. Arbeitnehmer sollten durch diese Maßnahme motiviert werden mehr aufzustehen. Hierdurch sollten Gesundheitsprobleme und Erkrankungen vermieden werden.

Das sollte zur Folge haben, dass ein früherer Tod durch fehlende Bewegung verhindert wird. Durch die Ergebnisse der neuen Studie ist es aber nun zweifelhaft ob Stehtische wirklich sinnvoll sind um Gesundheitsprobleme abzuwenden. In Zukunft sollten Ärzte vorsichtig sein vorschnell frühen Tod mit zu viel Sitzen in Verbindung zu bringen. Wichtig sei auch den Grad der Bewegung mit einzubeziehen, so die Forscher.

Große Studie zeigt: Bewegung immer noch der Beste Schutz für die Gesundheit
Forscher stellten nun in einer großen Studie fest, dass Sitzen, egal ob bei der Arbeit oder zu Hause, nicht mit einem erhöhten Risiko verbunden ist früher zu sterben. In der bisher größten Kohortenstudie zu diesem Thema wurden knapp 5.100 Teilnehmer über einen Zeitraum von 16 Jahren begleitet und überwacht. Zu diesem Zweck stellten 3720 Männer und 1412 Frauen den Forschern Informationen über ihre wöchentliche Sitzzeit zur Verfügung. Seit dem Jahr 1985 wurden Lebensgewohnheiten und der Gesundheitszustand aller 35 bis 55-jährige Probanden protokolliert. So wurde beispielsweise erfasst wie viel Zeit die Testpersonen pro Woche bei der Arbeit, im Auto oder in ihrer Freizeit sitzend verbringen. Dr. Melvyn Hillsdon von der „University of Exeter“ und seine Kollegen konnten feststellen, dass zwar 450 Probanden im Laufe der sogenannten „Whitehall II Studie“ verstarben aber kein direkter Zusammenhang zwischen den Sitzgewohnheiten und dem Sterberisiko der Studienteilnehmer bestehe. Es gab allerdings eine Besonderheit in der Studiengruppe. Viele der Probanden waren am Tag im Schnitt etwa 43 Minuten länger auf den Beinen als andere Durchschnittsbriten, erklärten die Forscher im „International Journal of Epidemiology“.

Auf Grund dieser Fakten wurde klar, dass Bewegung die menschliche Gesundheit vor den Folgen von ständigem langen Sitzen schützen kann. Der Mediziner Dr. Hillsdon fügte hinzu, dass jede ruhende Position, in der der Energieverbrauch gering sei, schädlich für die Gesundheit sein könnte, sei es nun Sitzen oder Stehen.

Verarbeitung von Zucker im Körper ändert sich durch Sitzen, Stehen oder Gehen
Aus den Ergebnissen der Studie ging nicht hervor wie sich langes Sitzen auf die Stoffwechselprozesse im Körper auswirkt. Andere Studien hatten sich zuvor mit diesem Thema auseinandergesetzt. Es war klar daraus zu erkennen, dass sich die Art, wie Zucker im Körper verwertet wird unterscheidet. Dies ist abhängig davon ob die Person sitzt,steht oder sich bewegt. Zukünftige Forschungen sollen zeigen, ob es einen Zusammenhang zwischen langem Sitzen und Herzerkrankungen oder Typ-II-Diabetes gibt.

Gesundes Essen und Bewegung ermöglichen ein längeres Leben
Fazit: Wer viel sitzt sollte sich auch viel bewegen. In kleinen Pausen oder sonstigen Unterbrechungen sollten durch Aktivitäten wie beispielsweise Aufstehen, Gehen oder Treppensteigen, langes Sitzen unterbrochen werden. Nicht etwa langes Sitzen verkürzt unser Leben. Vielmehr sollten Menschen darauf achten sich mehr zu bewegen und gesund und ausgewogen zu essen. Auch Übergewicht und Stress sollten vermieden werden um unnötige Risiken auszuschließen. Wer all diese Faktoren berücksichtigt erfüllt die wichtigsten Voraussetzungen um sein Leben möglichst lange und gesund zu genießen.(as)

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