Gerötete schuppige Stellen an Händen behandeln

Fabian Peters

Bei trockenen geröteten Stellen an den Händen ist Vorsicht geboten

17.01.2012

Schuppige, gerötete Stellen auf der Haut sollten nicht verharmlost werden, sondern bedürfen dringend einer angemessenen medizinischen Versorgung, da ansonsten die Entwicklung von chronischen Ekzemen droht, so die aktuelle Mitteilung der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW).

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Im Winter ist die Haut laut Aussage der BGW besonders trocken und anfällig, was die Bildung von rauen, schuppigen und geröteten Stellen an den Händen begünstige. Diese sollten den Experten zufolge nicht unterschätzt werden, da die angegriffenen Hautpartien sich schnell zu lästigen Ekzemen entwickeln können. Entsprechende Hautreizungen seien keine Bagatelle und müssen möglichst zeitnah behandelt werden, um weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen zu vermeiden, so die aktuelle Mitteilung der BGW.

Die Haut entfettet und trocknet aus
Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege ist als gesetzliche Unfallversicherung für sämtliche nicht staatliche Einrichtungen im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege zuständig. Hier sind unter anderem die Beschäftigten der Gesundheits-, Pflege- und Beauty-Berufe unfallversichert. Insgesamt betreut die BGW rund sieben Millionen Versicherte in fast 630.000 Unternehmen. Viele der entsprechenden Beruf sind laut Aussage der BGW von sich aus strapazierend für die Hände. So bringe zum Beispiel das häufige Haarewaschen im Friseurberuf oder das Waschen von Patienten in Pflegeberufen ein Verlust der natürlichen Schutzfunktion der Haut mit sich. Die Haut entfettet und wird trocken, erklärte die BGW. Die Folge sind trockene, raue und gerötete Stellen an den Händen. Diese verursachen zwar zunächst meist kaum Beschwerden, sollten jedoch unbedingt ernst genommen werden, betonte Dr. Verena Kagel von der BGW.

Drohende Entwicklung chronischer Ekzeme
Neben dem häufigen Kontakt mit Reinigungsmitteln, Waschlotionen oder Shampoos kann laut Aussage der BGW auch der Umgang mit harten und rauen Materialien, die auf der Haut scheuern, kleine Wunden und Rötungen an den Händen hinterlassen, welche sich mit der Zeit zu Ekzemen ausweiten. Vor allem „bei Menschen, die häufiger und länger mit Wasser, Chemikalien oder rauen Materialien umgehen müssen, kann sich daraus in relativ kurzer Zeit ein chronisches Ekzem entwickeln, das nicht mehr von alleine abheilt“, erläuterte Dr. Verena Kagel. In solchen Fälle könne „nur noch ein Dermatologe helfen.“ Wer gerötete Stellen an seinen Händen feststellt, sollte der Expertin zufolge daher weitere Belastungen der Hände dringend vermeiden, um eine Ausweitung der Symptome wie die Bildung von Bläschen und Rissen zu verhindern.

Hautschutzcreme kann helfen trockene Stellen zu vermeiden
Als mögliche Maßnahmen zur Vermeidung weiterer Belastungen nennt die BGW zum Beispiel das Tragen von Haushaltshandschuhe beim Arbeiten mit Wasser oder von Leder- beziehungsweise Arbeitshandschuhen bei Kontakt mit rauen Gegenständen. Allerdings sollten die Handschuhe auch nicht zu lange getragen werden, da die Haut hier schnell anfängt zu schwitzen und so weitere Reizungen an den Händen die Folge sein können. Hier empfiehlt die BGW zwischendurch ab und zu die Tätigkeit zu wechseln, um die konstante Belastung der Hände zu unterbrechen. Um ein Abheilen der geröteten Stellen zu erreichen, ist eine gründliche Pflege laut Aussage der Experten unerlässlich. Hautschutzcreme bietet hier eine gute Option, um die Hände vor hautbelastenden Tätigkeiten und auch vor dem Tragen von Schutzhandschuhen zu schützen, erklärte Dr. Verena Kagel. Die Hände sollten vor den entsprechenden Tätigkeiten auch in den Fingerzwischenräume gründlich eingecremt werden, betonte Kagel.

Pflegelotion versorgen die Haut mit Feuchtigkeit und Fett
Um den Händen nach der Arbeit die Feuchtigkeit und das verlorengegangene Hautfett zurückzugeben, empfiehlt die Expertin der BGW Pflegelotionen. Sollten die rauen, roten und schuppigen Stellen trotzdem bestehen bleiben, ist laut Aussage von Dr. Verena Kagel in jedem Fall eine Hautarzt hinzuzuziehen. Gerade im Winter „bei kalten Temperaturen draußen und trockener Raumluft drinnen“ muss nach Ansicht von Kagel „dem Hautschutz noch mehr Beachtung geschenkt werden – zum Beispiel indem man die Hände häufiger und mit stärker rückfettenden Präparaten pflegt.“ Bei Aufenthalt im Freien seien zudem schützende „wärmende Handschuhe“ angebracht, erläuterte die BGW-Expertin.

Berufsgenossenschaften informieren in Hautsprechstunden
Angesichts des Risikos von chronischen Ekzemen, sollten sich Personen, die beruflich bedingt häufiger unter geröteten und trockenen Händen leiden, an ihre Berufsgenossenschaft wenden, um hier mögliche Gegenmaßnahmen zu erfragen, rät Dr. Verena Kagel. So werde den betroffenen Versicherten bei der BGW zum Beispiel eine kostenlose Hautsprechstunden in den regionalen Schulungs- und Beratungszentren angeboten. Auch gebe es hier Beratungen und Seminare , in denen die Teilnehmer lernen, ihre Haut vor negativen äußeren Einflüssen zu schützen und sich bei hautbelastenden Tätigkeiten richtig zu verhalten, erläuterte Dr. Kagel.

Natürliche Creme zum Schutz der Haut
Aus naturheilkundlicher Sicht sind zum Schutz der Haut im Winter vor allem natürliche Cremes und Salben auf Basis von Bienenwachs, Sheabutter, Mandel- oder Avocado-Öl zu empfehlen. Dabei sollten dringend darauf geachtet werden, dass die Produkte kein Wasser enthalten, das bei den winterlichen Temperaturen auf der Haut gefrieren könnte. Erhältlich sind derartige Produkte zum Beispiel in Reform- oder Bioläden. Auch einige Drogerieketten wie beispielsweise „dm“ bieten mittlerweile derartige Naturcremes zu relativ überschaubaren Preisen an. Die Anwender sollten jedoch darauf achten, dass möglichst keine chemischen Zusätze enthalten sind, da diese ihrerseits unter Umständen Allergien und Hautrötungen auslösen können. (fp)