Gesünderes Fast-Food? So schmeckt der neue Insekten-Burger wirklich

Insektenburger: Wenig Fett aber eine Alternative? Bild: BillionPhotos.com - fotolia
Sebastian
Ein gemahlener Käfer-Burger als Alternative zu Big Mac und Co? Für zwei Jungunternehmer aus Osnabrück eine attraktive Geschäftsidee: Sie entwickelten den so genannten „Bux Burger“, welcher aus pflanzlichen Bestandteilen sowie gemahlenem Buffalowurm besteht. Was für viele Fast-Food-Fans abschreckend klingt, könnte aus Expertensicht eine sinnvolle Ernährungs-Variante sein. Denn der Verzehr von Insekten bietet viele Vorteile im Vergleich zu anderen tierischen Produkten.
Belag aus gemahlenem Buffalowurm
Ob klassisch mit Rindfleisch, Chicken oder einem veganen Gemüse-Patty: Burger werden im Fast-Food-Bereich immer beliebter. Doch können sich die Fans des warmen Snacks auch eine Insekten-Frikadelle zwischen den Brötchenhälften vorstellen? Was unglaublich klingt, haben Max Krämer und Baris Özel aus dem niedersächsischen Osnabrück umgesetzt und wollen nun ihren so genannten „Bux Burger“ im Laufe der nächsten Jahre europaweit groß heraus bringen. Das Besondere: Der Burger besteht aus pflanzlichen Bestandteilen und gemahlenem Buffalowurm, bei dem es sich um die Larve des Getreideschimmelkäfers handelt. „Schmeckt wie Falafel“, so Jungunternehmer Krämer gegenüber der „dpa“.

Insektenburger: Wenig Fett aber eine Alternative? Bild: BillionPhotos.com - fotolia
Insektenburger: Wenig Fett aber eine Alternative? Bild: BillionPhotos.com – fotolia

Zwei Milliarden Menschen essen täglich Insekten
Käfer, Heuschrecken oder Falter zum Mittagessen? Was für viele Europäer zunächst abstoßend klingt, ist für Millionen Menschen in anderen Teilen der Welt ganz normal. Laut einem Bericht der Welternährungsagentur der Vereinten Nationen (FAO) sind Insekten bei zwei Milliarden Menschen weltweit Teil der täglichen Ernährung, mehr als 1.900 Arten werden Berichten zufolge als Nahrungsmittel verwendet. Aus Expertensicht sprechen eine Reihe an Pro-Argumenten für den Verzehr von Insekten. So sind sie z.B. ökologisch vorteilhaft im Vergleich zu Rindern, Schweinen oder Geflügel, da unter anderem die Aufzucht deutlich weniger klimaschädlich ist und das Grundwasser weniger belastet wird.
Zudem sind Insekten nach Angaben der FAO gesund und nahrhaft, denn sie sind reich an gesundem Fett, Eiweiß, Vitaminen, Ballast- und Mineralstoffen. Nicht zuletzt freut sich auch der Gaumen, denn „Insekten schmecken einfach gut“, sagen Max Krämer und Baris Özel im Gespräch mit der Nachrichtenagentur. Wie Krämer berichtet, habe er erstmals auf einer Thailand-Reise Insekten gegessen. „Ich habe in meiner Bachelor-Arbeit darüber geschrieben und bin dabei auf sehr viele Vorurteile über Insekten als Nahrungsmittel gestoßen“, so der Osnabrücker weiter.

Bux Burger bislang nur in Brüssel erhältlich
Aufgrund der gesetzlichen Rahmenbedingungen wird der neue Burger derzeit allerdings nur in einem Restaurant in der belgischen Hauptstadt Brüssel verkauft. Hierzulande darf der innovative Snack noch nicht über die Ladentheke gehen, denn als neuartiges Lebensmittel muss er erst umfangreich auf seine Unbedenklichkeit hin getestet werden. In dem Steakhouse in Brüssels Szeneviertel Ixelles steht er nun neben Zebra, Känguru und Rentier auf der Menükarte. „Der exotische Bux Burger passt da perfekt dazu“, sagt Restaurant-Inhaberin Edit Kiss. Ein- bis zweimal am Tag werde dieser für einen Preis von 16,50 Euro bestellt, doch es gäbe auch schon Stammkunden.

Keine optischen Unterschiede zu gewohnten Produkten
„Wir haben viel experimentiert“, berichtet Kiss der „dpa“. Da der Bratling je zur Hälfte aus gemahlenen Buffalowürmern und anderen pflanzlichen Bestandteilen besteht, sei er zunächst etwas trocken gewesen. Doch dies habe sich geändert, seit ein paar Stückchen Butter mit in den Ofen gegeben werden. Die Larven beziehe das Restaurant von zwei Züchtern aus Belgien und den Niederlanden. Bis auf das Insekten-Patty bestehen keine Unterschiede zu den gewohnten Produkten, denn auch beim Bux-Burger befindet sich dieses zwischen zwei Brötchenhälften, Salat, Tomate, Gurke, Käse und Barbecue-Sauce. Von außen sei daher laut Özel nicht erkennbar, was sich in dem Belag verbirgt. „Das nimmt viel vom Ekel-Effekt“, erklärt der Jungunternehmer.

Der Geruch und Geschmack erinnern an Sonnenblumenkerne, so der Bericht der „dpa“ weiter. Trotz der Dominanz der rauchigen Barbecue-Sauce komme der Eigengeschmack der Insekten-Auflage klar zum Vorschein. Ein wichtiger Punkt, denn das Insekten laut der FAO gesund und nahrhaft sind, reiche laut Özel allein nicht aus: „Wenn der Geschmack nicht überzeugt, funktioniert’s nicht.“

Doch gerade hierzulande scheint der Verzehr von Insekten noch überwiegend Ekel hervorzurufen. Dies hat zumindest eine YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur ergeben. Wie diese berichtet, sei Ekel für 83 Prozent der Befragten der Grund, lieber auf die kleinen Tierchen zu verzichten, nur für jeden Zehnten spreche hingegen der Geschmack dagegen. Sieben Prozent würden Insekten demnach für ungesund halten, fast ebenso viele fänden es generell nicht vertretbar, Tiere zu essen. (nr)

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