Gesunde Ernährung verbessert das Hörvermögen von Frauen erheblich

Alexander Stindt

Wirkt sich die Ernährung auf das Hörvermögen aus?

In den letzten Jahren ist die Bedeutung einer gesunden Ernährung für unsere Gesundheit immer mehr in den Fokus gerückt. Menschen versuchen sich gesünder zu ernähren, um so verschiedene Erkrankungen und gesundheitliche Probleme zu vermeiden. Forscher fanden jetzt heraus, dass eine gesunde Ernährung sogar das Hörvermögen verbessern kann. Leider profitieren von dieser Verbesserung der Hörvermögens anscheinend nur Frauen.


Die Wissenschaftler des Brigham and Women’s Hospital und der international anerkannten Harvard Medical School stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass einer gesunde Ernährung nicht nur positive Auswirkungen auf die allgemeine Gesundheit hat, sondern auch das Hörvermögen von Frauen verbessern kann. Die Experten veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Journal of Nutrition“.

Eine ausgewogene und gesunde Ernährung wirkt sich nicht nur auf die allgemeine Gesundheit und das Gewicht aus, sie schützt Frauen auch vor einem Hörverlust. (Bild: Kurhan/fotolia.com)

Diese Ernährungsansätze wurden untersucht

Die Mediziner untersuchten bei ihrer aktuellen Studie den Zusammenhang zwischen drei verschiedenen Arten der Ernährung und dem Risiko, dass Betroffene einen Hörverlust entwickeln. Dabei handelte es sich um die sogenannte alternative mediterrane Ernährung (AMED), Ernährungsansätze gegen Bluthochdruck (DASH) und den alternative Healthy Eating Index-2010 (AHEI -2010), bei dem 70.966 Frauen über einen Zeitraum von 22 Jahre medizinisch überwacht wurden.

Was enthielt eine gesunde Ernährung?

Die alternative mediterrane Ernährung enthält viel extra natives Olivenöl, Getreide, Hülsenfrüchte, Gemüse, Früchte, Nüsse, Fisch und eine nur mäßige Aufnahme von Alkohol. Die sogenannte Dash-Ernährung ist reich an Obst und Gemüse, fettarmen Milchprodukten und enthält nur wenig Natrium. Die AHEI-2010-Ernährung hat gemeinsame Bestandteile von beiden vorherigen Formen der Ernährung, erläutern die Experten.

Risiko für Hörverlust wurde um 30 Prozent reduziert

Die Untersuchungen des Brigham and Women’s Hospital ergaben, dass der Konsum einer gesunden Ernährung mit einem geringeren Risiko für einen Hörverlust bei Frauen verbunden ist. Das Forscherteam konnte bei seiner Studie feststellen, dass der Verzehr einer gesunden Ernährung das Risiko für Hörverlust um ganze 30 Prozent reduzierte.

Studie untersuchte Entwicklung des Hörverlusts

Durch ihre Studie wollten die Wissenschaftler den Zusammenhang zwischen der Gesamternährung und dem Risiko der Entwicklung eines Hörverlustes untersuchen. Frühere Studien haben sich bereits damit befasst, wie spezifische Nährstoffe das Risiko für einen auftretenden Hörverlust beeinflussen. Es gab allerdings nur wenige Untersuchungen zu dem Gesamtzusammenhang zwischen Ernährung und Hörverlust, erläutern die Wissenschaftler.

Gesunde Ernährung schützt vor Hörverlust

Interessanterweise konnte bei der Studie beobachtet werden, dass Menschen, welche eine gesunde Ernährung zu sich nehmen, ein geringeres Risiko für einen moderaten oder stärkeren Hörverlust haben, erklärt Studienautorin Sharon Curhan von der Harvard Medical School. Gesundes Essen trägt bekanntlich zur allgemeinen Gesundheit bei. Sie kann außerdem dazu beitragen, dass das Risiko eines Hörverlusts verringert wird, fügt die Expertin hinzu.

Welche Form der Ernährung führte zu den besten Ergebnissen?

Für die sogenannte Längsschnittstudie sammelte das Team alle vier Jahre detaillierte Informationen zur Nahrungsaufnahme der Teilnehmer. Die Ergebnisse zeigten, dass Frauen, deren Ernährung den AMED- oder DASH-Ernährungsgewohnheiten am ähnlichsten war, ein um etwa 30 Prozent geringeres Risiko eines moderaten oder schlechteren Hörverlusts aufwiesen, verglichen mit Frauen, deren tatsächliche Ernährung diesen Ernährungsgewohnheiten am wenigsten ähnelte. Darüber hinaus ergab sich aus den Ergebnissen einer Unterkohorte von über 33.000 Frauen, dass das Ausmaß des reduzierten Risikos sogar über 30 Prozent liegen könnte und sich möglicherweise auch auf eine AHEI-2010-Ernährung beziehen könnte, sagen die Mediziner. (as)