Gesundes Süßungsmittel? Sirup oder Honig seien wirklich gesünder als Zucker?

Alfred Domke
Sirup und Honig statt Zucker – Ist das wirklich gesünder?
Da weißer Haushaltszucker als besonders ungesund gilt, setzen immer mehr Menschen auf alternative Süßungsmittel. Sind Honig, Dicksäfte oder andere Zuckerarten aber tatsächlich gesünder als herkömmlicher Zucker?

Alternativen zu Haushaltszucker
Aus gesundheitlichen Gründen ist es grundsätzlich zu empfehlen, sich beim Süßen zurückzuhalten, da ein hoher Zuckerkonsum mit Problemen wie Karies, Diabetes, Übergewicht oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen einhergehen kann. In der Vergangenheit wurde oft zu Fruchtzucker als Alternative geraten, doch auch dieser ist kein gesunder Zucker, wie wissenschaftliche Untersuchungen zeigten. Und auch der hochgepriesene Süßstoff Stevia hat keinen Siegeszug angetreten. Gibt es überhaupt gesündere Alternativen? Experten klären auf.

Weil weißer Haushaltszucker als besonders ungesund gilt, greifen immer mehr Menschen zu alternativen Süßungsmitteln. Sind Honig, Dicksäfte und Co. aber wirklich gesünder? (Bild: Nitr/fotolia.com)

Agavendicksaft schmeckt deutlich süßer
In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Neue Apotheken Illustrierte” (Ausgabe 15. Februar 2017) gibt es einen Überblick über alternative Süßungsmittel, berichtet die Nachrichtenagentur dpa.

Genannt wird unter anderem Agavendicksaft, ein Pflanzensaft, der im Vergleich zu Zucker deutlich süßer schmeckt, weshalb man weniger davon benötigt. Verwendet werden kann er beispielsweise im Müsli, im Kompott und anderen Süßspeisen.

Allerdings enthält er hauptsächlich Fruktose, was in größeren Mengen den Stoffwechsel stören kann. Zudem klebt der Dicksaft an den Zähnen und fördert Karies.

Ahornsirup enthält vor allem Saccharose
Beliebt ist auch Ahornsirup. Mit dem goldgelben bis dunkelbraunen Sirup lassen sich Desserts, Shakes, Pfannkuchen und Waffeln verfeinern. Dieses Süßungsmittel enthält vor allem Saccharose – chemisch gesehen dieselbe Verbindung wie Haushaltszucker.

Seit einigen Jahren ist hierzulande Kokosblütenzucker erhältlich. Dieser stammt aus dem Saft der Kokosblüte, schmeckt etwas weniger süß als Zucker und hat eine milde Karamellnote. Auch diese Alternative besteht im Wesentlichen aus Saccharose, also Haushaltszucker.

Dem Bericht zufolge soll er angeblich den Blutzuckerspiegel kaum ansteigen lassen. Allerdings gebe es keine aussagekräftigen Studien dazu.

Honig hat weniger Kalorien als Zucker
Als Süßungsmittel sehr verbreitet ist Honig. Darin stecken vor allem Frucht- und Traubenzucker, also Fruktose und Glukose. Das Bienenprodukt hat aufgrund des Wassergehalts weniger Kalorien als Haushaltszucker.

Honig-Fans schwören auf die Vorteile des natürlichen Produkts. So kann etwa ein Glas Honigwasser am Morgen beim Abnehmen helfen und gleichzeitig die Gesundheit stärken.

Es gibt aber auch Nachteile: Honig ist klebrig, haftet an den Zähnen und laut der Meldung begünstigt er Karies mehr als Zucker.

Zuckerkonsum reduzieren
Auch brauner Zucker ist nicht gesünder als weißer, wie Verbraucherschützer berichteten.

Gesundheitsexperten zufolge sollte die Verwendung von Zucker und den meisten Alternativen dazu allgemein reduziert werden. Dabei sollte grundsätzlich bedacht werden, dass sich versteckter Zucker in sehr vielen Lebensmittelprodukten findet.

Empfehlungen wie etwa von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) umfassen daher alle Arten von Zucker, wie Würfelzucker, Fruchtzucker und Honig, Zucker, der bei der Herstellung von Lebensmitteln oder Getränken verwendet wird, sowie Zucker, der separat verzehrt wird.

Die WHO spricht sich für eine geringere Zuckeraufnahme von weniger als fünf Prozent der täglichen Gesamtenergiezufuhr aus.

Wie die Experten mitteilten, könne „eine weitere Reduzierung auf weniger als fünf Prozent oder etwa 25 Gramm (sechs Teelöffel) pro Tag zusätzliche Gesundheitsvorteile“ mit sich bringen. (ad)