Gesunde Zwiebelkuchenzeit im Herbst: Das scharfe Gemüse ist eine echte Wunderknolle

Nina Reese
Zwiebeln bieten viele Vorteile für die Gesundheit
Jetzt im Herbst freuen sich viele Menschen auf frischen Zwiebelkuchen. Ob mit Federweißer dazu oder pur – der herzhafte Kuchen ist ein leckerer Küchenklassiker, der sich problemlos zu Hause zubereiten lässt. Neben dem gelten Zwiebeln als bewährtes Hausmittel bei Ohrenschmerzen und vielen anderen Beschwerden. Doch die Knolle kann auch für Unmut sorgen, wenn nach dem Verzehr Blähungen auftreten oder das Schneiden zur Qual wird.

Nutzen als Heilpflanze wird oft unterschätzt
Zwiebeln sind hierzulande sehr beliebt und werden wegen ihrer aromatischen Schärfe für viele Gerichte verwendet. Oft unterschätzt wird hingegen die gesundheitsfördernde Wirkung der Knolle. Schon in der Antike war die Zwiebel nicht nur ein beliebtes Gemüse, sondern wurde auch als wertvolle Heilpflanze geschätzt und gegen verschiedenste Beschwerden eingesetzt.

Zwiebeln sind sehr gesund und bieten sich im Herbst wunderbar als Belag für einen leckeren Zwiebelkuchen an. (Bild: Mara Zemgaliete/fotolia.com)

Bewährtes Hausmittel bei Entzündungen und Erkältung
Auch heute kommt die Zwiebel zum Beispiel bei Ohrenschmerzen, Husten, Schnupfen oder Zahnschmerzen zum Einsatz. Die Knollen sind wegen ihrer entzündungshemmenden Eigenschaft ein bewährtes Hausmittel gegen Furunkel und Bronchitis und leisten erste Hilfe bei Wespenstichen und allergischem Schock.

Durch enthaltene Flavonoide kann Studien zufolge ein regelmäßiger Verzehr von rohen Zwiebeln das Risiko für Magen- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs senken, weitere Inhaltsstoffe wie Quercetin sollen sogar vor Herzinfarkt und Schlaganfall schützen. Nicht ohne Grund also wurde die Zwiebel 2015 als Heilpflanze des Jahres gewählt.

Blähungen durch rohe Zwiebeln
Der Verzehr des scharfen Gemüses kann auch sehr unangenehme Nachwirkungen haben. Gerade rohe Zwiebeln führen schnell zu einem Blähbauch und übermäßiger Gasbildung, da sie die Zuckerart Rhamnose enthalten, welche vom menschlichen Organismus nicht vorverdaut werden kann. Erst im Dickdarm kommt es zur Zersetzung durch gasbildende Bakterien, wodurch verstärkt Blähungen entstehen und übelriechende Winde abgehen. Abhilfe schafft Erhitzen, denn dadurch wird der Zucker zum Teil abgebaut und die Zwiebel verträglicher.

Chemische Reaktion führt zu Tränen
Mühsam kann auch das Schneiden der Knolle werden, wenn die Augen so stark tränen und brennen, dass man kaum noch etwas sehen kann. Der Grund für die Reizung ist eine chemischen Reaktion. Beim Anschneiden der Zwiebel kommen die schwefelhaltige Aminosäure Alliin und das Enzym Alliinase miteinander in Berührung, wobei das Enzym die Aminosäure in das hocharomatische Allicin spaltet.

Dieses bildet an der Luft den Wirkstoff Propanthialsulfoxid, welcher für die Tränen beim Zwiebelschneiden verantwortlich ist. Die reizenden Inhaltsstoffe haben eine wichtige Funktion für die Pflanze, denn sie bieten Schutz gegenüber hungrigen Fressfeinden und Krankheitserregern. (nr)