Gesundheit: Hastig Essen macht krank

Alfred Domke

Hektische Mahlzeiten: So ungesund ist hastiges Essen

Morgens noch ein Brötchen im Stehen, ein schneller Snack auf dem Weg zur Arbeit und im Büro schnell nebenbei einen Happen runterschlingen: Stress und Hektik wirkt sich auch auf unser Essverhalten aus. Das wiederum hat Auswirkungen auf die Gesundheit.

Schnelles Essen kann krank machen

Wer sein Essen runter schlingt, wir eher übergewichtig. Doch hastiges Essen hat noch mehr negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit, wie japanische Forscher in einer Studie festgestellt haben. Sie haben herausgefunden, dass rasches Essen unter anderem auch Schlaganfälle, Herzerkrankungen und Diabetes begünstigen könnte.

Wer sein Essen schnell runter schlingt, wird schneller übergewichtig und entwickelt eher ein Metabolisches Syndrom. Für eine Mahlzeit sollte man sich daher ausreichend Zeit nehmen. (Bild: JenkoAtaman/fotolia.com)

Erhöhtes Risiko für Fettleibigkeit

Auf einem Kongress der „American Heart Association“ (AHA) in Kalifornien wurden vorläufige Forschungsergebnisse präsentiert, die zu dem Ergebnis kommen, dass Menschen, die langsam essen, weniger wahrscheinlich als Schnell-Esser fettleibig werden und seltener ein Metabolisches Syndrom entwickeln.

Die vier Hauptrisiken des Metabolischen Syndroms – starkes Übergewicht, Bluthochdruck, hoher Blutzucker und gestörter Fettstoffwechsel – stehen im Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für Erkrankungen wie Schlaganfall, Herzerkrankungen und Diabetes.

Laut einer Mitteilung der AHA hatte der Kardiologe Takayuki Yamaji von der Universität Hiroshima zusammen mit seinem Team für die Langzeitstudie über 1.000 gesunde Japaner untersucht.

Die Forscher stellten fest, dass nach fünf Jahren 11,6 Prozent der Schnellesser am Metabolischen Syndrom erkrankt waren.

Bei denjenigen Probanden, die langsamer als normal aßen, sank der Wert auf 2,3 Prozent.

Metabolisches Syndrom verhindern

„Langsamer zu Essen kann eine entscheidende Veränderung des Lebensstils sein, um das Metabolische Syndrom zu verhindern“, sagt Takayuki Yamaji. „Wenn Menschen schnell essen, neigen sie nicht dazu, sich voll zu fühlen, und neigen eher dazu, zu viel zu essen.“

Der Studienautor meint, die Ergebnisse der Untersuchung ließen sich auch auf die amerikanische Bevölkerung übertragen.

Laut Dr. Nieca Goldberg, Kardiologin und Sprecherin der American Heart Association haben auch schon frühere Studien gezeigt, dass hastiges Essen mit höherem Gewicht und gesundheitlichen Problemen zusammenhängen kann.

Wenn man schnell esse, esse man wahrscheinlich mehr. „Wenn sie langsam essen, sind sie sich ihres Essens mehr bewusst. Sie kauen ihr Essen richtig und verlangsamen auch die Verdauung“, so Goldberg gegenüber dem Magazin „Time“.

Dadurch fühle man sich auch eher satt. Ein weiterer Vorteil: In Ruhe Essen kann Blähungen vorbeugen.

Beim Essen Zeit lassen

Laut der Medizinerin sei es ideal, für eine Mahlzeit mindestens 30 Minuten einzuplanen. Essen während der Arbeit sei eines der schlechtesten Dinge, die man tun kann.

Man solle am besten in der Küche, im Esszimmer oder Restaurant essen. Und wenn schon am Schreibtisch, dann ohne dabei gleichzeitig zu arbeiten.

„Selbst wenn es nur eine halbe Stunde dauert, ist es besser als in zehn Minuten, während E-Mails beantwortet werden“, meint die AHA-Sprecherin.

Sie schlägt vor, mit einem Freund zu essen, das Essen in kleinere Stücke zu schneiden, mehr zu kauen, tief durchzuatmen und die Gabel zwischen den Bissen hinzulegen. (ad)