Gesundheit: Ozonwerte steigen weiter an

Sebastian

Deutschlandweit werden die Warnschwellen für gefährliche Ozonwerte übersprungen.

(10.07.2010) Auch für heute werden wieder sommerliche Rekordtemperaturen vorher gesagt. Gleichzeit steigt aber auch der Ozonwert in der Luft. Ärzte raten dazu, Kinder nicht in der heißen Mittagssonne spielen zu lassen. Auch ältere und empfindliche Menschen sind besonders gefährdet.

Auf der Internetseite des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz können Bürger genau beobachten, wie die Ozonwerte am Tage kontinuierlich steigen. So wurde bereits am Morgen um 8 Uhr eine Konzentration von 102 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft gemessen. Um 12 uhr waren es bereits 157 Mikrogramm Ozon und nur zwei Stunden später wurde die Warnschwelle von über 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft erreicht. Ab diesem Zeitpunkt können Symptome wie Kopfschmerzen, Atembeschwerden, Beschwerden an den Schleimhäuten und Reizhusten auftreten. Über 20 Prozent der Menschen in Deutschland zeigen bei diesen Werten die beschriebenen Symptome auf. Besonders gefährdet sind vor allem Babys und Kleinkinder, da durch ihr hohes Atemvolumen mehr von dem gefährlichen Ozon aufgenommen wird. Auch ältere Menschen sind verstärkt betroffen, da die hohen Ozonwerte den Kreislauf und die Schleimhäute belasten können.

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Bei Werten über 220 können weitere bedenkliche Symptome dazu kommen. Ozon reizt dann nicht nur die Schleimhäute, sondern greift vor allem Atemwege, Augen und Lungengewebe an; beim Einatmen dringt Ozon tief in die Lunge ein. Höhere Ozonkonzentrationen bewirken neben Änderungen der Lungenfunktionsparameter subjektive Befindlichkeitsstörungen wie Augentränen, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche und Reizung der Atemwege, die bei weiter steigenden Konzentrationen mit einer Abnahme der physischen Leistungsfähigkeit einhergehen.

Ärzte raten nicht nur wegen den hohen Ozonwerten, körperlich anstrengende Tätigkeiten wie Joggen, Gartenarbeit oder längeres Laufen in die Abend- oder Morgenstunden zu verlegen. Kinder sollten möglichst nicht in der heißen Mittagssonne draußen spielen. Dabei lauern auch Gefahren wie Dehydration oder akuter Sonnenbrand. So rät Dr. Martin le Claire: "Nicht nur wegen der Ozonwerte, sondern auch wegen der Hitze rate ich momentan dazu, sich im Freien nicht maximal anzustrengen und sich nicht viel draußen zu bewegen." Bürger können sich über die regionalen Werte auf den Internetseiten ihrer Umweltlandesbehörden informieren.

Bei Ozonwerten ab 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft wird gesundheitlich angeschlagenen und empfindlichen Menschen empfohlen, auf anstrengende Tätigkeiten im Freien zu verzichten; sportliche Ausdauerleistungen wie Joggen sollten ebenfalls vermieden werden oder in die Morgenstunden verlegt werden. Bei Ozonwerten ab 240 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft richtet sich diese Empfehlung an alle Bürger. Dann könnten alle Menschen, ob empfindlich oder nicht, von gesundheitlichen Beeinträchtigungen betroffen sein. (sb)