Gesundheit: Schuppenflechte oft mit schweren Begleiterkrankheiten

Alfred Domke

Bluthochdruck, Diabetes, Depressionen: Schuppenflechte häufig mit Begleiterkrankungen

In Deutschland sind rund zwei Millionen Menschen an Schuppenflechte erkrankt. Die chronische Hautkrankheit geht oft auch mit Begleiterkrankungen einher. Daher ist es wichtig, sich bei der Behandlung nicht allein auf die Psoriasis zu beschränken. Experten erklären, was Betroffenen helfen kann.


Zwei Millionen Deutsche leiden an Schuppenflechte

Rund zwei Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer Schuppenflechte (Psoriasis). Diese gehört zu den chronisch entzündlichen Krankheiten des Gesamtkörpers und ist nicht eine Hautkrankheit allein. Gesundheitsexperten zufolge leidet rund jeder fünfte Patient auch an Gelenkbeschwerden wie etwa Schwellungen an Zehen, Fingern, Knien oder der Wirbelsäule. Zudem geht Schuppenflechte häufig auch mit schweren Begleiterkrankungen einher. Daher ist es wichtig, sich bei der Behandlung nicht allein auf die Psoriasis zu beschränken.

Rund zwei Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer Schuppenflechte. Da diese oft mit Begleiterkrankungen einhergeht, sollte man sich bei der Behandlung nicht allein auf die Psoriasis beschränken. (Bild: Farina3000/fotolia.com)

Patienten haben in der Regel mindestens eine weitere Erkrankung

Da die Psoriasis neben Juckreiz, roter Haut und weiß-silbrigen Schuppen häufig Begleiterkrankungen aufweist, rät die Barmer Krankenkasse, neben der fachgerechten Behandlung der Haut den allgemeinen Gesundheitszustand regelmäßig zu kontrollieren.

„Wer unter einer Schuppenflechte leidet, hat in der Regel mindestens eine weitere Erkrankung wie Adipositas, Diabetes, Bluthochdruck, Gelenkerkrankungen oder Depressionen“, erklärt Dr. Utta Petzold, Dermatologin bei der Barmer, in einer Mitteilung.

„Daher ist es wichtig, die entsprechenden Werte regelmäßig zu überprüfen“, so die Expertin.

Schuppenflechte verdoppelt Diabetes-Risiko

„Die Psoriasis gilt heute als chronisch-entzündliche Erkrankung, bei der die Hautveränderungen nur ein Aspekt sind. Sie beeinflusst das Immunsystem“, weiß Petzold.

Das Risiko eines Patienten mit Schuppenflechte für Typ-2-Diabetes sei im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung etwa doppelt so hoch.

Auch Depressionen träten bei Psoriasis-Betroffenen etwa doppelt so häufig auf, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn sogar 3,5-mal so oft.

Mehr als doppelt so häufig komme es außerdem zu Komplikationen wie beispielsweise einem Herzinfarkt.

„Um den gesundheitlichen Risiken einer Schuppenflechte zu begegnen, ist eine frühzeitige Diagnose von begleitenden Erkrankungen wichtig“, so Petzold.

Rückfettende Produkte und Entspannungstechniken können helfen

Wer an Hautveränderungen leide, werde vor allem mit hornlösenden und antientzündlichen Cremes, Salben oder medizinischen Ölbädern behandelt. Je nach Ausprägung komme auch eine Lichttherapie mit oder ohne UV-Strahlung zum Einsatz.

„Wichtig bei Schuppenflechte ist die regelmäßige Hautbehandlung mit rückfettenden Produkten. Man sollte zudem nur kurz lauwarm duschen und sich danach abtupfen“, rät Petzold.

Medikamente in Form von Tabletten oder Spritzen, die die Aktivität des Immunsystems reduzieren, wirkten nicht nur auf der Haut, sondern auch gegen Entzündungen etwa an betroffenen Gelenken.

In der Naturheilkunde stehen weitere Behandlungsmöglichkeiten von Schuppenflechte zur Verfügung, die keine oder wenig Nebenwirkungen verursachen.

Neben Badetherapien mit schwefelhaltigem Natur-Fango und Vulkanwasser oder Salz aus dem Toten Meer, ist hier vor allem auch die Eigenurintherapie zu nennen.

Auch Verfahren der traditionellen chinesischen Medizin (TCM), der Homöopathie, Ernährungstherapien sowie Akupunktur können vielen Betroffenen helfen.

Zudem profitieren viele Patienten mit Psoriasis von Entspannungstechniken wie etwa Yoga. Stress sollte vermieden werden. (ad)