Gesundheit: Viele tragen unpassende Schuhe

Fabian Peters

Studie: Die meisten Deutschen drückt der Schuh. Viele Menschen tragen nicht die richtige Schuhgröße und haben deshalb Probleme mit der Gesundheit am Fuss.

(19.08.2010) Das Deutsche Schuh-Institut (DSI) warnt: Nur jeder fünfte trägt passendes Schuhwerk. Dies haben Wissenschaftler vom Prüf- und Forschungsinstitut Pirmasens und vom Bekleidungsphysiologischen Institut Hohenstein jetzt im Rahmen des „Deutschen Fußreport“ ermittelt.

Über 10.000 Füße haben die Forscher drei Jahre lang morgens, mittags und abends mit einem 3D-Scanner analysiert. Das Ergebnis ist erschreckend: Mehr als 80 Prozent der Deutschen tragen falsches Schuhwerk. Dabei sind die Schuhe in etwa zwei Dritteln der Fälle zu groß und bei ungefähr einem Drittel zu klein. Außerdem tendieren Frauen eher dazu ihre Schuhe eine Nummer kleiner zu kaufen wohingegen Männer oft zu große Schuhe anziehen., so die Studienleiterin Monika Richter.

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Sowohl zu große als auch zu kleine Schuhe sind für die Gesundheit der Füße äußerst nachteilig und können, über einen längeren Zeitraum getragen, nicht nur Deformationen und Durchblutungsstörungen der Füße sondern auch Wirbelsäulen- und Bandscheibenproblemen auslösen. „Ist der Schuh zu weit, findet der Fuß keinen Halt und rutscht in den zum Abrollen gedachten Leerraum im Schuh, die so genannte Zugabe. Dadurch werden die Zehen bei jedem Schritt so gestaucht als sei der Schuh zu klein. Ist der Schuh zu lang, hindert er den Fuß am Abrollen”, erklärte Norbert Becker, Fußspezialist der Universität Tübingen. So leiden nach Aussage der Experten in den modernen Industriestaaten rund 60 Prozent an Fußproblemen, mit entsprechend negativen Folgen für die Gesundheit.

Im Vergleich zu den Ergebnissen des ersten Fußreports vor 44 Jahren lässt sich in Bezug auf die Schuhgröße kaum eine Veränderung feststellen. Männer tragen nach wie vor am häufigsten Größe 42, Frauen die Größen 38-39. Allerdings haben sich Breite, Volumen und Umfang der Füße verändert. "Es gibt eine Verschiebung zu breiteren Füßen", so Monika Richter, wobei dies daran liegen könne, dass die Deutschen durchschnittlich größer und fülliger geworden seien. (fp)