Gesundheit: Zahl der Operationen stark gestiegen

Heilpraxisnet

Zahl der Krankenhausbehandlungen in Deutschland nimmt massiv zu: 45 Millionen Operationen im Jahr 2009

45 Millionen Operationen und medizinische Prozeduren wurden 2009 in den Krankenhäusern deutschlandweit durchgeführt. Eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um besorgniserregende 7,7 Prozent, so die Mitteilung des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden

Ein Drittel der Krankenhausbehandlungen sind Operationen
17,2 Millionen Patienten wurden 2009 in einem Krankenhaus behandelt, was gegenüber dem Vorjahr einer Steigerung von rund 10 Prozent entspricht. Bei 45 Millionen Operationen und medizinischen Eingriffen entfielen demnach rechnerisch 2,6 Eingriffe auf jeden Krankenhausfall, wobei jedoch nur die Interventionen aus vollstationärer Behandlung ohne Hinzuziehung der ambulanten Versorgung erfasst wurden. Die Zahl der Operationen lag dabei bei rund 14,4 Millionen, etwa 700.000 bzw. fünf Prozent mehr als 2008, was ungefähr einem Drittel der Gesamtmaßnahme entspricht. 12,1 Millionen Mal wurden nichtoperative therapeutische Maßnahmen, wie Strahlen-, Chemo-, Schmerz- oder nuklearmedizinische Therapien, aber auch Verbandswechsel und Narkosen, eingeleitet (Anteil von 26,8 Prozent an den Gesamtmaßnahmen) und 9,1 Millionen Mal diagnostische Maßnahmen (20,3 Prozent). Die übrigen medizinischen Prozeduren verteilten sich auf die Bereiche bildgebende Diagnostik (7,8 Millionen Behandlungen), ergänzende Maßnahmen wie Geburtsbegleitende-Behandlungen (1,4 Millionen Behandlungen) und die Verabreichung von speziellen Medikamenten (0,3 Millionen Behandlung).

Mehr zum Thema:

Ranking nach Alter, Geschlecht und Behandlungsart
Dabei lässt sich anhand der Daten des Statistischen Bundesamtes eine Art Ranking nach Alter, Geschlecht und Häufigkeit der medizinischen Behandlung bilden. So gehörte zum Beispiel bei Kindern und Jugendlichen das Einschneiden des Trommelfells zur Öffnung der Paukenhöhle (z. B. zur Behandlung bei Mittelohrentzündungen) sowie die Entfernung der Mandeln zu den häufigsten Maßnahmen. Bei Frauen im Alter zwischen 15 und 44 Jahren waren vor allem Operationen im Zusammenhang mit der Entbindung zu verzeichnen und bei Männern der selben Altersgruppe waren operative Eingriffe an der unteren Nasenmuschel (zur Behandlung von Schnarchen) sowie arthroskopische Operationen am Gelenkknorpel und an den Menisken, die häufigsten medizinischen Behandlungen im Krankenhaus. Mit steigendem Alter verschieben sich jedoch die Eingriffsnotwendigkeiten, so dass bei älteren Frauen Gelenkoperationen bis hin zur Implantation von Hüftgelenken aber auch Gebärmutterentfernungen eine große Rolle spielten, während bei älteren Männern Harnblasenoperationen und Operationen an der Leiste im Vordergrund standen. (26.10.2010, fp)

Lesen Sie auch:
Chronisch Krank durch Gesundheitsfonds
Stammzellen-Therapie gegen Rückenmarksverletzung

Bild: Lothar Wandtner / pixelio.de