Gesundheitsbehörden prüfen heute Abkochgebot

Sebastian

Darmbakterien im Trinkwasser: Die Behörden teilen heute Abend mit, ob das Abkochen von Trinkwasser in Erfurt und Umgebung weiterhin notwendig ist.

16.07.2012

Darmbakterien im Trinkwasser: Die Behörden teilen heute Abend mit, ob das Abkochen von Trinkwasser in Erfurt und Umgebung weiterhin notwendig ist. Noch immer tappen die Stadtwerke und Gesundheitsbehörden in Erfurt im Dunkeln. Weiterhin ist unklar, wie die Darmkeime in das Trinkwasser gelangt sind. Am Montagabend wollen die Behörden mitteilen, ob die Bürger in Erfurt und Sömmerda weiterhin das Leitungswasser vor dem medizinischen Gebrauch oder Verzehr abkochen müssen.

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Um 15 Uhr findet hierzu eine Expertenrunde aus Vertretern der Gesundheitsämtern, der Landesregierung und der Thüringischen Wasserwerke statt. „Dann entscheiden die Gesundheitsämter, ob das Trinkwasser vor dem Verzehr abgekocht werden muss, oder nicht“, erklärte Sandra Kühn, Sprecherin der Thüringer Wasserversorger. Die Stadtwerke haben den Behörden erneut Wasserproben vorgelegt. Anhand dieser Proben soll nun entschieden werden, ob das sogenannte Abkochgebot von Leitungswasser weiterhin aufrecht gehalten wird. Bei Colibakterien gilt jedoch eine Null-Toleranz. Das bedeutet, dass alle Proben negativ sein müssen.

Ursache der Verunreinigung weiterhin unklar
Gegenüber Medienanfragen konnte Kühn keine Angaben zu den Ursachen der Kontaminierung machen. „Wir tappen dabei noch völlig im Dunkeln“, so die Sprecherin. Technisch sei alles einwandfrei. "Es gab keine technischen Auffälligkeiten. Wir gehen jedem Hinweis nach, dennoch ist die Ursache weiterhin unklar."

Eine weitere Ausbreitung der Colibakterien schließt Kühn derzeit aus. Die Beimengung von Chlor sei momentan so hoch, dass Darmkeime keine Chance zur Verbreitung haben. Die Zusetzung läuft bereits seit mehreren Tagen: "Das Chlor an sich ist ja noch eine ganze Weile im Wasser drin", so die Sprecherin. Bis auf den speziellen Geruch des Wassers, müssen sich Verbraucher allerdings keine Sorgen machen. Chlor ist in dieser Konzentration nicht gesundheitsgefährdend und die Beimengung wurden im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben und Grenzwerte-Bestimmungen unternommen, so Kühn.

Messfehler wird derzeit ausgeschlossen
In den Zwischenzeit waren Stimmen laut geworden, die von eventuellen Messfehlern berichteten. Laborfehler wurden seitens des Instituts für Wasser- und Umweltanalytik zurückgewiesen. Dennoch wurden von zwei weiteren Laboren Wasserproben entnommen, um die Ergebnisse zu sichern und Messfehler auszuschließen. Die Thüringer Wasser GmbH kritisierte in diesem Zusammenhang die Landesregierung, die sich in den Medien an derlei Spekulationen beteiligt hatte.

Die Gesundheitsämter hatte am Wochenende erklärt, dass in den letzten Tagen keine vermehrten Durchfall- und Darmerkrankungen auftraten. (sb)