Gesundheitsbranche im Wachstum

Fabian Peters

Wachstumspotenzial der Gesundheitswirtschaft

05.07.2012

Die die Umsätze und Gewinne in der Gesundheitsbranche wachsen seit Jahren. Hunderte Milliarden Euro werden hierzulande pro Jahr im Gesundheitsbereich ausgegeben. So ist das Gesundheitswesen auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten eine Zukunftsbranche, berichteten die Experten auf der 8. Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft in Rostock-Warnemünde.

Bereits zum achten Mal richtete Mecklenburg-Vorpommern im Auftrag der Bundesregierung die Nationale Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft aus. Hier traf sich das Who-is-Who des Gesundheitswesens unter dem diesjährigen Motto „Gesundheit erleben! Aspekte branchenübergreifender Kooperationen“. An den beiden Kongresstagen (4. und 5. Juli) kamen mehr als 600 nationale und internationale Experten aus der Gesundheitsbranche nach Rostock-Warnemünde.

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400 Milliarden Umsatz in der Gesundheitsbranche
Rund 400 Milliarden Euro beträgt laut Aussage der Experten der geschätzte Umsatz der Gesundheitsbranche. In seinem Grußwort erläuterte der Ministerpräsident Mecklenburg-Vorpommerns, Erwin Sellering (SPD), dass auf der diesjährigen Branchenkonferenz auch die Wirtschaftszweige betrachten werden, „die bereits eng mit der Gesundheitswirtschaft verflochten sind“, um das Potenzial der branchenfremden Unternehmen im Gesundheitsmarkt zu erörtern. „In diesem Zusammenhang widmen wir uns Themenkomplexen, wie der Zusammenarbeit von Gesundheitswirtschaft und Kreativwirtschaft, ganzheitlichen Gesundheitskonzepten und den Potenzialen natürlicher Ressourcen“, so Sellering weiter. Als Beispiele für mögliche neue Geschäftszweige wurden die Herstellung ergonomischer Möbel, die altengerechte Einrichtung von Wohnungen und die Entwicklung von Hilfsmitteln für Senioren genannt. Die Gesundheitswirtschaft biete „Chancen für Bereiche, die wir bisher so noch nicht im Blick hatten“, erklärte der Ministerpräsident Mecklenburg-Vorpommerns.

Gesundheitswirtschaft als Exportmotor?
Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) ergänzte, dass nicht nur der innerdeutsche Markt ein enormes Wachstumspotenzial für die Gesundheitsbranche berge, sondern auch gute Exportchancen bestehen. So zeige nicht zuletzt die wachsende Zahl internationaler Teilnehmer bei der Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft, das großes Interesse an deutscher Medizintechnik, Telemedizin und Organisation der Kliniken besteht. Hochmoderne medizinische Verfahren, die in Deutschland entwickelt wurden, finden weltweit Anwendung.

Der Ministerpräsident Mecklenburg-Vorpommerns verwies im Rahmen der Branchenkonferenz auch auf die Bedeutung der Privatwirtschaft bei der Entwicklung neuer Produkte und Verfahren. So sei zum Beispiel das sogenannte Cyberknife-Verfahren, welches bei Krebs-Operation zur robotergestützten Strahlenbehandlung eingesetzt wird, ursprünglich als privat zu zahlendes Angebot der Gesundheitswirtschaft gestartet, heute übernehmen jedoch bereits 120 Krankenkassen die Kosten für das Verfahren, berichtete der Vorsitzende der Vereinigung BioCon Valley, Horst Klinkmann. Auch im Ausland bestehe bereits Interesse an der Cyberknife-Technologie.

Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern wichtigste Wachstumsbranche
Laut Erwin Sellering ist die Entwicklung der Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern durchaus erfreulich und allein im vergangenen Jahr wurden rund 3.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Circa vierzehn Prozent der Wirtschaftsleistung Mecklenburg-Vorpommerns entfallen auf die Gesundheitsbranche, was in etwa dem Doppelten des Bundesdurchschnitts entspricht, so der Ministerpräsident weiter. Doch müsse auch hier auf eine angemessene Vergütung der Beschäftigten geachtet werden, betonte Sellering, mit Blick auf die rund 300 Demonstranten, die vor dem Konferenzzentrum gegen die Absenkung der Vergütung für die häusliche Krankenpflege durch die AOK Mecklenburg-Vorpommern protestierten. Der Ministerpräsident Mecklenburg-Vorpommerns erklärte den Pflegekräften in diesem Zusammenhang, er werde versuchen die AOK wieder an den Verhandlungstisch zurückzubringen. (fp)

Bild: Thomas Siepmann / pixelio.de