Gesundheitsgefährdung durch Feinstaub bleibt hoch

Heilpraxisnet

Gesundheitsgefährdung durch Feinstaub in Deutschland bleibt hoch: Feinstaub ist einer der wichtigen Gründe, warum Umweltverschmutzung zu Gesundheitsproblemen führen kann.

Das Umweltbundesamt teilte am Mittwoch in Dessau mit, dass die Belastungen mit Feinstaub und Stickstoffdioxid in stadtnahen Bereichen und Ballungszentren weiter oberhalb der Grenzwerte liegen. Besonders in Stuttgart seien die Werte sehr hoch.
Feinstaub ist für unsere Gesundheit deshalb gefährlich, weil die ganz feinen Staubpartikel nicht von unseren Filtersystemen in Nase und Rachen abgefangen werden können. Dadurch gelangen sie weiter bis in die Lunge und können dort Beschwerden und Erkrankungen auslösen. Je kleiner die Teilchen sind, desto tiefer können sie in das Lungengewebe eindringen. Dort können sie bei einer vermehrten Anzahl zur sogenannten Staublunge führen. Sie können auch zu asthmatischen Beschwerden, Entzündungen, Entartungen des Gewebes (Krebs) und anderen Atemwegserkrankungen führen. Diskutiert wird noch, ob kleinste Teilchen in der Lage sind, in das Blut überzutreten. Es gibt auch Hinweise auf Zusammenhänge zu Herz- Kreislauf- Erkrankungen und Einflüsse auf die Hirnfunktion.

Die Weltgesundheitsorgansisation (WHO) gibt an, dass sich durch Feinstaubbelastung die durchschnittliche Lebenserwartung der in Deutschland lebenden Menschen um 10,2 Monate verkürzt. Im Vergleich zu Gesamt- Europa stehen wir also nicht so gut da, denn dort sind es durchschnittlich nur 8,6 Monate. Die EU- Komission schätzt, dass es jährlich in Europa etwa 310 000 Todesfälle aufgrund von Feinstaubbelastung gibt.

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Wo sitzt der Feinstaub?

Das Umweltbundesamt gibt für die einzelnen Bereiche Werte aus dem Jahr 2007 an. Sie zeigen, dass die Industrie mit 38 Prozent den größten Anteil an Feinstaub in Deutschland erzeugte. Der Verkehr liegt nur an dritter Stelle mit 20 Prozent. Private Haushalte liegt dazwischen mit 25 Prozent.

Es seien vor allem Städte und Ballungsräume, in denen Grenzwertüberschreitungen auftreten würden. Der Präsident des Umweltbundesamtes, Jochen Flasbarth, befürchtet, dass angesichts der zu verfolgenden Entwicklung seit 2000 auch in diesem Jahr die Grenzwerte von Deutschland nicht eingehalten werden können. Eine erste Maßnahme soll jetzt der Einsatz von Bindemitteln sein, die den Asphalt feucht halten und die Feinstaubteilchen am Boden halten. Doch diese Mittel sind sehr teuer und eine Art Feuerwehrpolitik. Die Umweltzonen beispielsweise sind schon effektiver und kostengünstiger: Sie konnten in Berlin teilweise die Werte um bis zu 3 Prozent sinken.

Sinnvolle Gegenmaßnahmen

Dauerhaft werden die Umweltbelastungen durch Feinstaub zu immer mehr gesundheitlichen Problemen führen. Da ist es angezeigt, die größten Feinstauberverursacher, also die Industrie, anzugehen und dort die Werte zu drosseln. Auch der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs möglichst mit emissionsfreien Straßenbahnen ist eine gute Maßnahme.

Die Feinstaubbelastungen durch Verkehr und im privaten Haushalt kann jeder gut selbst einfach und kostengünstig beeinflussen. Beim Verkehr: Einfach möglichst wenig Autofahren und wenig in der Stadt aufhalten. In geschlossenen Räumen sind die große Feinstaubquellen zum Beispiel Laserdrucker, Kopierer, Rauch von Zigaretten und Staubsauger, die keinen Filter besitzen.

Die Erkenntnis aus den Ergebnissen des Umweltbundesamtes ist recht simpel und sollte die Leitlinie bei den Gegenmaßnahmen sein: Saubere Luft ist ein Stück Lebensqualität und fördert die Gesundheit. (Thorsten Fischer, Heilpraktiker Osteopathie 22. 01. 2010)

Weiterführende Informationen

Umweltschutz ist Gesundheitsschutz
Presseinformationen des Umweltbundesamtes