Gesundheitsgefahr durch Lifestyle-Mittel

Astrid Goldmayer

Bei Lifestyle-Medikamente drohen Abhängigkeit und gesundheitliche Schäden

07.02.2013

Im Internet werden unzählige frei verkäufliche Lifestyle-Medikamente angeboten. Ob dicke Beine, Speckröllchen oder Falten, für jedes Problem gibt es scheinbar das passende Gegenmittel. Häufig enthalten die Mittel jedoch Bestandteile die alles andere alles ungefährlich sind. Abhängigkeit und andere unerwünschte Nebenwirkungen drohen den Konsumenten.

Vorsicht vor Lifestyle-Medikamenten
Viele der im Internet angebotenen frei verkäuflichen Lifestyle-Medikamente sind unbedenklich. Wirken die Arzneien jedoch sehr schnell oder haben Nebenwirkungen, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht oder ein Apotheker befragt werden, empfiehlt Erika Fink, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Denn dann läge die Vermutung nahe, dass das Mittel Wirkstoffe enthalte, die unter die Rezeptpflicht fallen. Die Einnahme solcher Arzneien ohne ärztliche Anweisung kann schwere gesundheitliche Schäden verursachen.

Die meisten Lifestyle-Medikamente enthalten Eiweiße, Vitamine, Mineralien, isolierte Aminosäuren, Koffein oder Guarana. Der Expertin zufolge sind diese Bestandteile unbedenklich. Illegale Schlankheitspillen, vor denen die deutschen Behörden im vergangenen Jahr mehrfach warnten, enthalten jedoch häufig Stoffe wie das verbotene Sibutramin, das akute Herzprobleme verursachen kann. Herzstolpern, Herzrasen und sogar ein Herzinfarkt können die Folge sein. In Kombination mit Psychopharmaka können die Wechselwirkungen ebenfalls zum Tod führen. Die Pillen werden unter Namen wie „Super-Slim“, „Fat Napalm Bomb“ oder „Japan Hokkaido – Pill for weight reduction“ vertrieben. Vom Erwerb solcher Schlankmacher raten die Behörden dringend ab.

Lifestyle-Medikamente nur in zertifizierten Internet-Apotheken bestellen
Ebenfalls Problematisch seien Medikamente zur Leistungssteigerung, so Fink. Diese könnten ähnlich wie Schlankheitspillen zur Abhängigkeit führen oder Erschöpfungszustände mit Kreislaufversagen auslösen. Bei Glückspillen auf der Basis von Psychopharmaka könne es zu Persönlichkeitsveränderungen und Nervenschäden kommen. Ein weiterer großer Markt sind Anti-Aging-Mittel, denen eine verjüngende Wirkung nachgesagt wird. Fink zufolge enthalten einige dieser Präparate Hormone, von denen möglicherweise ein Krebsrisiko aus geht.

Laut Fink ist es bei der Online-Bestellung von Lifestyle-Medikamenten wichtig darauf zu achten, dass es sich bei dem Anbieter um eine zertifizierte Internet-Apotheke mit dem Siegel des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) handelt. Zudem sei der Hinweis auf eine Vor-Ort-Apotheke im Impressum vorgeschrieben. Verschreibungspflichtige Arzneien dürften generell nicht ohne Rezept verkauf werden.

Für Anbieter von illegalen Arzneien ist das Internet aufgrund seiner Anonymität eine ideale Vertriebsplattform. Die Gesetzgebung stößt dabei an ihre Grenzen, da viele der unseriösen Firmen im Ausland sitzen oder schlichtweg nicht zu ermitteln sind. Zudem wechseln die Namen der Mittel, um Verbrauchern vorzugaukeln, dass es sich um ein anderes, unbedenkliches Produkt handelt. Häufig werden beispielsweise bei illegalen Schlankheitspillen auf den Verpackungen Versprechen wie „100 Prozent natürliche Inhaltsstoffe“ gemacht, obwohl reine Chemie enthalten ist. (ag)

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Bild: Alexandra H. / pixelio.de