Gesundheitsgefahr: Giftige Beeren befördern uns ins Krankenhaus

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Fabian Peters
Nicht pflücken: Gesundheitsgefahr durch giftige Beeren
Im Sommer ist Beerenzeit. Alle möglichen Beeren sprießen derzeit in den Wäldern. Viele der Früchte sind nicht nur äußerst lecker, sondern dienen auch der Gesundheit. Von manchen geht aber auch eine Gefahr für den Menschen aus. Einige Beeren sind giftig und können sogar tödlich sein.

Viele Beeren sind lecker und gesund
Im Sommer sprießen hierzulande zahlreiche Beerensorten. Viele von ihnen sind nicht nur äußerst schmackhaft, sondern auch sehr gesund. So zeigten Untersuchungen, dass der regelmäßige Verzehr von bestimmten Früchten das Immunsystem stärken und zu einem Schutz vor Krankheiten wie Bluthochdruck oder Herzinfarkt beitragen kann. Heidelbeeren fangen frei Radikale und dienen so zum Schutz vor Krebs. Doch längst nicht jede Beere, die hierzulande an Sträuchern wächst, ist ungefährlich. Manche der Früchte sind giftig und können sogar tödlich sein.

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Schon wenige Tollkirschen können zu schweren Vergiftungen führen. (Bild: emer/fotolia.com)

Schon drei Tollkirschen können für Kinder tödlich sein
Auf ihrer Webseite verrät die österreichische Apothekerkammer, welche Wildgewächse giftig sind. Eine der bekanntesten giftigen Beeren, die hier wachsen, ist die Tollkirsche. Meist sind die schwarzen kirschgroßen Beeren am Waldrand zu finden. Bereits drei bis fünf Beeren können für Kinder, die nach dem Verzehr nicht rechtzeitig behandelt werden, tödlich sein. Bei Erwachsenen würden den Angaben zufolge etwa zehn bis 20 Tollkirschen tödlich sein. Bei einem Verdachtsfall sollte unbedingt auf bestimmte Symptome geachtet werden. Wenn Beschwerden wie trockener Mund oder schneller Puls auftreten oder das Gesicht rot wird, sollte schnell ein Arzt aufgesucht werden.

Besonders die Nadeln der Eibe sind gefährlich
Die Eibe ist nicht weniger giftig. Laut den Experten ist alleine der rote Samenmantel, der die harten schwarzen Samen umgibt, ungiftig. Die Nadeln sind besonders gefährlich. Der darin enthaltene Stoff Taxin B kann schlimmstenfalls zu einer tödlichen Vergiftung führen. Typische Vergiftungssymptome sind Mundtrockenheit, gerötete Lippen, Gesichtsblässe und Übelkeit. Außerdem schlägt das Herz zunächst schneller und später dann ganz langsam. Auch mit den rotorangen Früchten des Seidelbasts ist nicht zu spaßen. Bereits ein einzelner Samen kann Mund und Hals über Stunden brennen lassen. Der Verzehr kann zudem Erbrechen, Magenschmerzen, Durchfall oder einen Kollaps verursachen. Für ein Kind könnten zehn Früchte tödlich sein.

Bei Verdacht auf Vergiftung zum Arzt
Das Pfaffenhütchen, das streng genommen gar keine richtige Beere ist, ist ebenfalls alles andere als ungefährlich. Alle Teile der Pflanze – von der Kapsel bis zum Samen – sind toxisch. Die Apotheker erklären, dass man nach dem Verzehr von mehr als fünf Samen erbrechen oder eine Magenspülung vornehmen lassen sollte. Sonst könnten im schlimmsten Fall Kreislauf- und Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma auftreten. Egal, um welche Früchte es sich handelte: Bei Verdacht auf eine Vergiftung am besten den Notarzt (112) rufen oder den Giftnotruf des betreffenden Bundeslandes kontaktieren. Gesundheitsexperten warnen in der Regel davor, Medikamente in Eigenregie einzunehmen. (ad)