Gesundheitsgefahren für Mensch und Tier durch Gift in Jakobskreuzkraut

Sebastian
Bauernverband fordert Bekämpfung von giftigem Jakobskreuzkraut
In den vergangenen Jahren wurde immer wieder über die verstärkte Ausbreitung des giftigen Jakobskreuzkrauts in Deutschland berichtet. Im Futter kann die gelb blühende Pflanze Rindern oder Pferden gefährlich werden. Doch auch für Menschen bestehen Risiken. Die Pflanze soll künftig besser bekämpft werden.

Bauernverband fordert bessere Bekämpfung der Giftpflanze
Vor allem für Weidetiere ist das hochgiftige Jakobskreuzkraut ein Problem. Der baden-württembergische Bauernverband (LBV) fordert deshalb eine bessere Bekämpfung der gelb blühenden Pflanze. Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, sagte der LBV-Vizepräsident Gerhard Glaser am Montag in Kirchheim unter Teck (Kreis Esslingen), dass die Straßenverwaltung regelmäßig vor der Blüte der Giftpflanze betroffene Flächen mähen solle. Die Landestierschutzbeauftragte Cornelie Jäger erklärte, dass insbesondere verhindert werden solle, dass die Samen der Pflanzen durch den Wind verbreitet und immer mehr Futterflächen mit dem Kraut durchsetzt werden. Laut LBV ist die Pflanze vor allem gefährlich für Weidetiere. Langfristig könnten kleinere Mengen durch Anreicherung in der Leber tödlich wirken. Die Tiere meiden das Jakobskreuzkraut im frischen Zustand meist wegen seines unangenehmen Geruchs. Dieser ist allerdings im Heu kaum wahrnehmbar.

Bild: petrabarz - fotolia
Bild: petrabarz – fotolia

Gesundheitsgefahr auch für Menschen
Da Jakobskreuzkraut der Naturheilpflanze Johanniskraut sehr ähnlich sieht, haben sich in der Vergangenheit auch schon einige Menschen schwer und zum Teil tödlich vergiftet. Die enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide können Leberschäden verursachen und im schlimmsten Fall sogar Leberkrebs provozieren. Im Jahre 2011 war von der bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft berichtet worden, dass ein Senior starb, weil dieser einen Kräutertee getrunken hatte, der mit Jakobskreuzkraut kontaminiert war. Und im vergangenen Jahr hatten Verbraucherschützer darüber informiert, dass sie krebserregende Pflanzengifte im Kamillentee feststellen konnten, die von Pflanzen wie dem Jakobskreuzkraut stammen konnten. (ad)