Gesundheitsrisiken: Bio-Roggen-Vollkornmehl wird aktuell zurückgerufen

Alfred Domke
Rückruf für Bio-Roggen-Vollkornmehl: Verzehr kann gefährliche Folgen haben
Die Firma Chiemgaukorn aus dem bayerischen Trostberg hat einen Rückruf für Bio-Roggen-Vollkornmehl bekannt gegeben. In dem Produkt wurden Ergotalkaloide gefunden. Diese können zu gefährlichen Vergiftungen führen. Besonders gefährdet sind werdende Mütter.

Gesundheitsgefahr durch Bio-Roggen-Vollkornmehl
Die Firma Chiemgaukorn aus Trostberg (Bayern) ruft aufgrund einer bestehenden Gesundheitsgefahr den Artikel Bio-Roggen-Vollkornmehl in den Abpackungen 1 kg, 2,5 kg und 5 kg mit den MHDs vom 16.05.-15.06.2018 zurück. Wie das Unternehmen auf seiner Webseite mitteilt, wurde das Produkt in den Landkreisen Traunstein, Rosenheim und Bad Tölz/Wolfratshausen über den Bio-Handel verkauft.

Die Firma Chiemgaukorn ruft aufgrund einer bestehenden Gesundheitsgefahr Bio-Roggen-Vollkornmehl zurück. In dem Produkt wurden Ergotalkaloide gefunden. Diese können zu gefährlichen Vergiftungen führen.(Bild: Artem Shadrin/fotolia.com)

Toxische Stoffwechselprodukte
Den Angaben zufolge handelt es sich um exakt 65 kg Mehl, von denen ein großer Teil noch gar nicht verkauft wurde und in den sieben Geschäften, an die sie geliefert wurden, vernichtet wurde.

„Wir warnen vor dem Verzehr unseres Produktes „Bio-Roggen-Vollkornmehl“, da in diesem in einer Probe leider Mutterkorn bzw. dessen toxische Stoffwechselprodukte, die Ergotalkaloide, gefunden wurden“, heißt es in einer Mitteilung.

Kunden, die den entsprechenden Artikel gekauft haben, können diesen gegen Erstattung des Kaufpreises – auch ohne Vorlage des Kassenbons – in ihren Einkaufsstätten zurückgeben.

Schwangere sind besonders gefährdet
Eine akute Folge einer Vergiftung durch Ergotalkaloide sind laut der Firma gefäßverengende Effekte, die zu Missempfindungen oder Krämpfen vor allem der Extremitäten führen können, beispielsweise Taubheit und Kribbeln in Fingern und Zehen.

Auch Übelkeit und Halluzinationen können ein Anzeichen für eine Vergiftung sein. Ebenso können Schläfrigkeit, Orientierungslosigkeit, Kopfschmerzen und Verwirrtheit auftreten.

Besonders gefährdet sind Schwangere, da sie eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Ergotalkaloiden besitzen. Die Wirkung wird durch Erhitzen wie Backen nur wenig abgeschwächt. (ad)