Gesundheitsrisiko durch erste Frühlingssonne

Fabian Peters

Auch vor der Frühlingssonne sollte die Haut geschützt werden

26.03.2012

Auch die Frühlingssonne erfordert einen Sonnenschutz. Angesichts des sonnigen Wetters der vergangenen Tage warnen Experten vor den möglichen Folgen der Frühlingssonne für die Haut.

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Schon die Sonne im Frühjahr kann zu Sonnenbränden und einem erhöhten Hautkrebsrisiko führen, erklärten Dirk Meyer-Rogge vom Berufsverband der deutschen Dermatologen in Berlin und Prof. Jörg Reichrath von der Universitäts-Hautklinik in Homburg gegenüber der Nachrichtenagentur „dpa“. Arme, Gesicht, Hals, Handrücken und Dekolleté sollten daher schon jetzt beim Aufenthalt im Freien mit Sonnencreme geschützt werden, mahnen die Experten.

Frühlingssonne kann Sonnenbrand und ein erhöhtes Hautkrebsrisiko verursachen
Das sonnige Wetter, der blaue Himmel und die milden Temperaturen reizen viele zum Aufenthalt im Freien und einem genüsslichen Sonnenbad. Doch bereits die ersten Strahlen der Frühlingssonne können einen Sonnenbrand verursachen und das deutlich Hautkrebsrisiko erhöhen, erläuterten die Dermatologen. Zwar seien viele davon überzeugt, dass die Frühlingssonne kein Problem für die Haut darstellt, doch dies ist laut Meyer-Rogge ein Irrtum. Denn schon die ersten Strahlen der Sonne im Frühling könnten die Haut verbrennen. Als Faustregel sollte daher laut Dirk Meyer-Rogge gelten, dass die unbedeckte Haut beim Aufenthalt im Freien von Ende März bis Ende September mit Sonnencreme geschützt wird. Dabei empfiehlt der Experte den gleichen Lichtschutzfaktor wie im Sommer, denn es sei ein Denkfehler zu glauben, dass im Frühjahr ein geringerer Lichtschutzfaktor genüge. So rät Meyer-Rogge schon im Frühling zu Sonnenschutzcreme mit dem Lichtschutzfaktor 50. Um den Sonnenschutz auch beim Schwitzen zu gewährleisten, sollte die Creme laut Aussage des Experten außerdem wasserfest sein.

Sonnenbaden in der Mittagszeit mit erhöhtem Gesundheitsrisiko
Wird ein entsprechender Sonnenschutz berücksichtigt, ist die Frühlingssonne auch bei ganztägigem Aufenthalt im Freien (zum Beispiel bei einer Wanderung oder Radtour) kein Problem. Doch sollten die Betroffenen das Nachcremen nicht vergessen, betonte Meyer-Rogge. So müsse der Sonnenschutz einmal morgens und nochmals am frühen Nachmittag aufgetragen werden. Da die Mittagssonne die größte Kraft entfaltet, sei es außerdem keine gute Idee, über die Mittagszeit ein Sonnenbad zu nehmen. Hier rät Meyer-Rogge zur Verwendung eines Sonnenschirms oder zum Aufenthalt im Schatten eines Baumes. Zwar ist die (Mittags-)Sonne während des Frühlings nicht so intensiv wie im Hochsommer, sie sollte jedoch keineswegs unterschätzt werden. Denn die Haut habe nach dem Winter ohnehin kaum Pigmente und sei deutlich erblasst, was das Risiko eines Sonnenbrandes deutlich erhöht. So ist die Gefahr eines Sonnenbrandes aufgrund der fehlenden Pigmentierung im Frühling sehr viel höher als im Herbst, erklärten die Experten.

Sonnenstrahlen zum Aufbau von Vitamin D erforderlich
Wird die Haut nicht ausreichend geschützt und erleidet einen Sonnenbrand, so ist dies nicht nur kurzfristig unangenehme, sondern bringt auch langfristig ein erhebliches Gesundheitsrisiko mit sich. Denn Sonnenbrand gilt als Hauptrisikofaktor für den gefährlichen schwarzen Hautkrebs (das maligne Melanom), erklärte Prof. Jörg Reichrath von der Universitäts-Hautklinik in Homburg. Ein ausreichender Sonnenschutz sei daher auch im Frühling wichtig, um die Hautkrebs auslösenden UV-Strahlen abzuhalten. Zudem werde Risiko von weißem Hautkrebs wesentlich durch die langfristige Wirkung der UV-Strahlung bedingt, weshalb hier ein entsprechender Sonnenschutz ebenfalls deutliche Vorteile bietet. Statt Sonnencreme können laut Aussage der Experten auch Textilien zum Schutz vor der Sonne beitragen, wobei ein Sonnenbad mit voller Bekleidung jedoch den wenigsten in den Sinn kommen dürfte. Zudem sollte die Sonne nicht zu sehr gemieden werden, da das Sonnenlicht eine lebenswichtige Funktion bei der Bildung von Vitamin D übernimmt, erläuterte Prof. Jörg Reichrath. Bei den Lebensbedingungen hierzulande müsse Vitamin D zu 90 Prozent in der Haut aufgebaut werden, wobei die Sonnenstrahlen eine wichtige Funktion für den Organismus übernehmen. Der Experte empfiehlt die Frühlingssonne daher vorsichtig an die eigene Haut zu lassen und die Dosis allmählich zu erhöhen. (fp)