Gesundheitsrisiko durch Füchse in Wohngebieten? Vorsicht schadet nie

Sebastian
Füchse in Wohngebieten – Nur niedlich oder auch gefährlich?
Füchse sind zwar Wildtiere, doch einige von ihnen leben auch in der Stadt. In manchen Fällen auch ganz nahe bei Menschen. Viele Bürger haben daher Angst um ihre Gesundheit, denn die Tiere sollen auch Tollwut übertragen. Panik sollte deswegen nicht verbreitet werden, doch ein bisschen Vorsicht schadet nie.

Bild: Michael Robbins – fotolia

Menschen begegnen Füchsen mit gemischten Gefühlen
Es ist gar nicht so einfach, einem Fuchs im Wald zu begegnen. In der Stadt hingegen ist er immer öfter anzutreffen und wagt sich dort in den nächsten Garten oder gar bis vor die Terrassentür. Manche Menschen freuen sich, einen Fuchs in ihrer unmittelbaren Nähe beobachten zu können. Es gibt auch welche, die die Tiere füttern – wobei Tierschützer dies strikt ablehnen. Andere hingegen haben möglicherweise Angst davor, der Fuchs könnte mit Tollwut infiziert sein oder vom Fuchsbandwurm befallen. Allerdings sind die Risiken überschaubar, wie Yvonne Nottebrock von „Vier Pfoten – Stiftung für Tierschutz in Hamburg“ laut einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa betonte.

Bessere Lebensbedingungen in den Städten
Der Fuchs, der ein typischer Kulturfolger ist, findet in Städten leicht Nahrung wie Ratten, Mäuse, Tauben, aber auch in den Abfällen des Menschen. Außerdem sind die Temperaturen dort für die Tiere meist angenehmer. Zusammengenommen sind die Lebensbedingungen für Füchse laut Nottebrock in Städten oft besser als im Wald oder in landwirtschaftlichen Regionen. Daher fühlen sich die Tiere in der Stadt wohl. In diesem Zusammenleben mit den Wildtieren wird von „Vier Pfoten“ keine Gefahr gesehen. Normalerweise verläuft die Nähe zwischen Mensch und Fuchs reibungslos. Die meisten Menschen freuen sich nach Nottebrocks Beobachtung nicht nur, diese Tierart aus der Nähe beobachten zu können, sondern schätzen sie auch, da sie Ratten und Mäuse jagen oder auch kranke und tote Tiere beseitigen.

Scheue Tiere halten Abstand
Zäune können Füchse meist nicht fernhalten, nach Ansicht der Tierschützer können die Tier aber ohnehin wenig Schaden anrichten. Menschen, die die Nähe aber trotzdem stört, sollten verhindern, dass der Fuchs im Garten oder auf der Terrasse Nahrung finden kann. Zudem werden die Tiere durch Lärm und Licht abgeschreckt. Füchse halten auch Abstand, wenn sich dort Menschen regelmäßig bewegen. Wenn aber ein Fuchsbau im Garten liegt, sollten die Tiere zur Zeit der Jungenaufzucht nicht vertrieben werden. Da Füchse nicht aggressiv sind, besteht laut Nottebrock keine Gefahr für Menschen. Vielmehr haben die Tiere eine natürliche Scheu und versuchen den Kontakt mit Menschen zu vermeiden, solange sie sich nicht an Menschen gewöhnt haben, weil sie regelmäßig gefüttert wurden.

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Deutschland gilt seit Jahren als tollwutfrei
Weltweit ist Tollwut zwar noch immer eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten und fordert jährlich Zehntausende Tote, doch Deutschland gilt seit 2008 als frei davon. In Europa ist dies regional sehr unterschiedlich. Laut Nottebrock ist es in Mitteleuropa beispielsweise im Kanton Thurgau in der Schweiz und in Deutschland auf der Schwäbischen Alb ein größeres Problem als anderswo. Zu den frühesten typischen Tollwut-Symptomen, die in 50 bis 80 Prozent der Fälle auftreten, gehören Gesundheitsexperten zufolge Juckreiz und Schmerzen oder Empfindungsstörungen in der Nähe des Bisses. Grundsätzlich wichtig ist es, nach einem Tierbiss, nicht erst abzuwarten, ob entsprechende Tollwut-Symptome auftreten, denn dann ist es in der Regel bereits zu spät für eine Therapie.

Geringe Gefahr für Infektion mit Fuchsbandwurm
Ebenfalls als gering gilt die Gefahr, sich mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren. In den Gegenden mit hohem Befall sollten die klassischen Hygieneregeln befolgt werden. Am wichtigsten ist dabei gründliches Händewaschen, vor allem nach dem Kontakt mit Tieren oder nach der Gartenarbeit. Da der Fuchsbandwurm auch bei Hunden und Katzen vorkommen kann, ist eine regelmäßige Entwurmung und Hygiene im Umgang mit Haustieren angeraten. Nottebrock zufolge gibt es bislang keinen eindeutigen Beleg, dass das Sammeln und Essen von Beeren oder Pilzen die Infektionsgefahr vergrößert. Für Landwirte, Hundehalter und Personen aus dem Forst- und Jagdbereich gilt jedoch ein erhöhtes Risiko, da sie im Alltag immer wieder mit Pflanzen, Tieren und Erde in Berührung kommen. Selbst gesammelte Pilze und Früchte sollten aber trotzdem vor dem Verzehr immer gründlich gewaschen werden. Fuchsbandwurmeier werden beim Erhitzen auf über 60 Grad abgetötet. Fuchskot sollte insbesondere aus dem Bereich entfernt werden, in dem Kinder spielen, so wie Hundekot auch. Dabei gilt es, den Kot am besten mit einer Plastiktüte aufzunehmen, um jedes Infektionsrisiko auszuschließen, und ihn dann in der Mülltonne zu beseitigen. (ad)