Gesundheitsstudie: UKE untersucht Freiwillige

Heilpraxisnet

Beteiligung des UKE an der größten deutschen Gesundheitsstudie

26.11.2014

Im Rahmen der bislang größten Gesundheitsstudie Deutschlands werden am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) 10.000 Freiwillige medizinisch untersucht und zu ihren Lebensgewohnheiten sowie ihrem sozialen Umfeld befragt. Ziel sei es, die „Ursachen und Risikofaktoren für die wichtigsten Volkskrankheiten – dazu gehören Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes, Demenz und Depressionen – genauer zu erforschen“, so die Mitteilung des UKE.

Die Massenuntersuchung am UKE ist Teil der Nationalen Kohorte (NAKO), in deren Rahmen über einen Zeitraum von 20 Jahren bundesweit 200.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zwischen 20 und 69 Jahren in 18 Studienzentren deutschlandweit untersucht werden sollen, um die Ursachen und Risikofaktoren der Volkskrankheiten zu bestimmen. Zudem hoffen die Forscher, Möglichkeiten der Früherkennung und Prävention zu identifizieren. „Die Nationale Kohorte befasst sich intensiv mit der Frage: Wie bleiben wir gesund und was macht uns krank“, erklärt der Studienleiter vom Institut für Medizinische Biometrie und Epidemiologie am UKE, Professor Dr. Heiko Becher.

Medizinische Untersuchung der Freiwilligen
Mit Hilfe des Einwohnermeldeamtes werden die Studienteilnehmer laut Angaben des UKE zufällig ausgewählt. Die ersten Hamburger Bürgerinnen und Bürger hätten ihre Einladung bereits erhalten. In den kommenden vier Jahren sollen insgesamt 10.000 Freiwillige in dem neu eingerichteten Studienzentrum auf dem UKE-Gelände untersucht werden und nach vier Jahren erfolge eine zweite Untersuchung, so die Mitteilung des Universitätsklinikums. Im Rahmen des zweieinhalb- bis vierstündigen Gesundheitschecks werden die Probanden nicht nur zur Lebensweise und zu Vorerkrankungen befragt, sondern es erfolgt auch eine eingehende medizinische Untersuchungen. Dabei werden neben der Messung von Größe und Gewicht auch „Untersuchungen zu Gefäßerkrankungen (zum Beispiel Pulswellenanalyse) vorgenommen, Konzentrations- und Gedächtnistests sowie Lungenfunktionsprüfungen durchgeführt und Handgreifkraft, Zuckerstoffwechsel, Blutdruck und Körperzusammensetzung gemessen“, berichtet das UKE. Zudem werde im Labor ein Blutbild erstellt und der Cholesterinspiegel festgestellt.

Freiwilliges Engagement entscheidend für den Studienerfolg
Der Erfolg der Studie ist laut Aussage der zweiten Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin der Freien und Hansestadt Hamburg, Dr. Dorothee Stapelfeldt, stark von dem Engagement der Bevölkerung abhängig. So trage „jede einzelne Teilnehmerin, jeder einzelne Teilnehmer dazu bei, die Erforschung der Volkskrankheiten voranzubringen.“ Langfristig werde sich die Gesundheitssituation in Deutschland auf Basis der gewonnen Erkenntnisse deutlich verbessern. Voraussetzung für die Teilnahme sei eine ausdrückliche Einwilligungserklärung der angeschriebenen Personen. Zudem können die Betroffenen festlegen, „ob sie über Ergebnisse der Untersuchungen informiert werden wollen“, berichtet das UKE. Durch einen unabhängigen Beirat werde die Einhaltung der ethischen Standards kontrolliert und ein mit dem Bundesbeauftragten für Datenschutz abgestimmtes Konzept gewährleiste den sicheren und sensiblen Umgang mit den Daten.

Verbesserung der Früherkennung und Prävention
Der Dekan der Medizinischen Fakultät und Vorstandsmitglied des UKE Professor Dr. Dr. Uwe Koch-Gromus betonte, dass die zentrale Beteiligung an dieser in Deutschland bisher einmaligen Studie für das UKE eine besondere Auszeichnung sei. „Wir verstehen dies als wissenschaftlichen Auftrag, uns noch intensiver präventiv und klinisch um Gesundheit und Krankheitsentstehung der Bevölkerung zu bemühen“, so Gromus weiter. Gefördert werde die Gesundheitsstudie durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, 14 Bundesländer und die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, berichtet das UKE. Die bislang größte deutsche Gesundheitsstudie ist dabei mit voraussichtlichen Kosten von 210 Millionen Euro auch eine der teuersten Untersuchungen, die hierzulande bislang durchgeführt wurden. Die erhofften Ergebnisse rechtfertigen nach Einschätzung der Verantwortlichen jedoch den enormen Aufwand. Denn ergeben ich beispielsweise neue Ansätze der Prävention, ließen sich mit deren Hilfe die zukünftigen Aufwendungen für Behandlungskosten deutlich senken. (fp)

Bild: Bernd Kasper / pixelio.de