Gesundheitswarnung: Goji-Beeren nicht mit Blutverdünnern kombinieren

Alfred Domke
Superfood nicht für alle: Goji-Beeren keinesfalls mit Blutverdünnern kombinieren
Goji-Beeren boomen seit Jahren. Die kleinen roten Früchte werden wegen den zahlreich enthaltenen Mineralstoffen und Vitaminen als „Superfood“ bezeichnet. Doch nicht alle Menschen sollten sie verzehren. Bei der gleichzeitigen Einnahme bestimmter Medikamente drohen Gesundheitsgefahren.

Goji-Beeren sind reich an Mineralstoffen und Vitaminen
Seit einigen Jahren ist verstärkt die Rede von sogenannten Superfoods, die sich nicht nur positiv auf unsere Figur und Laune auswirken, sondern auch besonders gut für die Gesundheit sein sollen. Vor allem Goji-Beeren haben hier einen Boom erlebt. Sie enthalten viel Mineralstoffe wie Eisen, Kalzium, Magnesium sowie die Vitamine A, C und E. Für manche Menschen können die Beeren aber auch gefährlich werden. Und zwar für diejenigen, die bestimmte Medikamente einnehmen.

Wer Blutverdünner einnimmt, sollte sicherheitshalber auf Goji-Beeren verzichten. Die kleinen roten Früchte können womöglich den Abbau von blutverdünnenden Wirkstoffen blockieren. (Bild: timolina/fotolia.com)
Wer Blutverdünner einnimmt, sollte sicherheitshalber auf Goji-Beeren verzichten. Die kleinen roten Früchte können womöglich den Abbau von blutverdünnenden Wirkstoffen blockieren. (Bild: timolina/fotolia.com)

Wechselwirkung von Lebensmitteln und Arzneien
Die Wechselwirkung von Lebensmitteln und Medikamenten kann mitunter gefährlich werden. So auch bei Goji-Beeren. Diese sollten laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) von Menschen, die blutverdünnende Medikamente einnehmen, sicherheitshalber gemieden werden.

Die kleinen roten Früchte stehen seit langem im Verdacht, den Abbau von blutverdünnenden Wirkstoffen wie Phenprocoumon und Warfarin zu blockieren. Dies könne laut dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bei Patienten zu Blutungen führen.

Stärkung des Immunsystems und des Herzens
„Die Beeren finden seit Langem Verwendung in der chinesischen Küche sowie in der traditionellen chinesischen Medizin – aufgrund der ihnen zugesagten heilenden und die Gesundheit unterstützenden Kräfte, wie Stärkung des Immunsystems, des Herzens, Senkung der Blutfettwerte und Hemmung des Alterungsprozesses“, schreibt das BfArM.

Auch in Europa werden sie mit solchen Argumenten vermarktet, beispielsweise als Tabletten, Tee, Saft oder in Marmelade.

Schadstoffe in Superfoods
Von der DGE und anderen Fachleuten wurde in der Vergangenheit jedoch vor überzogenen Erwartungen durch Superfoods wie Goji-Beeren und Co gewarnt. Häufig ist heimisches Gemüse genauso gutfür die Gesundheit wie die exotischen Nahrungsmittel.

Zudem sind sie oft mit Chemikalien belastet. So fand das Verbrauchermagazin „Öko-Test“ bei einer Untersuchung verschiedener Superfoods im Frühjahr in fast allen Produkten schädigende Stoffe, wie zum Beispiel Pestizidrückstände. (ad)