Ghost Pfeffer: Verzehren sehr scharfer Chilis verursachte Speiseröhren-Perforation

Fabian Peters
Mann erleidet Speiseröhren-Perforation durch Bhut Jolokia -Chilis
Wie scharf dürfen Menschen essen? Kann es durch scharfes Essen zu schweren gesundheitlichen Schäden kommen? Ja, das kann es, wie ein aktueller Fall in den USA zeigt. Bei einem Wettbewerb ereignete sich ein dramatischer Notfall. Ärzte der University of California in San Francisco (UCSF) berichten aktuell von einer spontanen Ösophagus-Perforation (Boerhaave-Syndrom) bei einem Patienten nach dem Essen besonders scharfer Chilis im Rahmen eines Esswettbewerbes. Die „Bhut Jolokia“ oder auch „Ghost pepper“ genannten Chilis haben regelrecht ein Loch in die Speiseröhre des Mannes gebrannt.

Zwar sind körperliche Symptome bei besonders scharfem Essen durchaus normal, doch halten sich diese in der Regel im Rahmen. Neben dem Brennen im Mund- und Rachenraum, tränen gegebenenfalls die Augen, die Nase beginnt zu laufen und wir fangen an zu schwitzen. Doch der 47-jährige Patient aus den USA hat weit schlimmeres erfahren. Der Verzehr von Bhut Jolokia, die im Guiness-Buch der Rekorde mit über eine Million Scoville lange als schärfste Chilis weltweit gelistet wurden, löste bei ihm eine Perforation der Speiseröhre aus. Über den Fall, der sich bereits im vergangenen Jahr ereignet hatte, wird aktuell in dem Fachmagazin „Journal of Emergency Medicine“ berichtet.

Durch den Verzehr von Bhut Jolokia-Chilis hat ein Mann eine lebensgefährliche Perforation der Speiseröhre erlitten. (Bild: Brent Hofacker/fotolia.com)
Durch den Verzehr von Bhut Jolokia-Chilis hat ein Mann eine lebensgefährliche Perforation der Speiseröhre erlitten. (Bild: Brent Hofacker/fotolia.com)

Schwere Brust- und Bauchschmerzen
Den Angaben der Mediziner zufolge wurde der 47-jähriger Mann mit schweren Bauch-und Brustschmerzen nach starkem Würgen und Erbrechen in die Notaufnahme des Department of Emergency Medicine an der UCSF eingeliefert. Der Patient hatte zuvor im Rahmen eines Esswettbewerbes größere Mengen einer Sauce aus Bhut Jolokia zu sich genommen. Bei der umgehend eingeleiteten Röntgenuntersuchung des Brustkorbs zeigte sich laut Angaben der Ärzte ein linksseitiger Pleuraerguss (Flüssigkeitsansammlung in der Pleurahöhle), der weiteres Handeln dringend erforderlich machte. Eine Computertomographie habe zudem „Luft um den distalen Ösophagus erkennen lassen, was auf eine spontane Ösophagus-Perforation und einen linksseitigen Pneumothorax hindeutete“, schreiben die Mediziner.

Ösophagus-Perforation ein lebensbedrohlicher Notfall
Der Patient wurde intubiert und umgehend eine Operation eingeleitet, bei der ein etwa 2,5 cm langer Riss der Speiseröhre erkennbar wurde, durch den Flüssigkeit und Speisereste ausgetreten waren. Auch hatte sich ein linksseitiger Pneumothorax gebildet. Die Ärzte konnten das Leben des Mannes jedoch retten und bereits nach gut drei Wochen konnte dieser das Krankenhaus wieder verlassen. Zwar sei die Spontane Ösophagus-Perforation beziehungsweise das Boerhaave-Syndrom eine seltene Erkrankung, doch zeige sich eine hohe Sterblichkeitsrate, warnen die Ärzte. „Dieser Fall dient als wichtige Mahnung an einen potenziell lebensbedrohlichen chirurgischen Notfall, der anfänglich als Unbehagen nach einer großen, würzigen Mahlzeit interpretiert werden kann“, so das Fazit der Mediziner. (fp)