Gicht-Risiko durch Fasten und Diuretika-Diäten

Fabian Peters

Gicht-Risiko durch Fasten und Diuretika-Diäten

11.07.2011

Durch Fasten und Diäten mit Diuretika steigt des Risiko einer Gicht-Erkrankung. Der Berufsverband Deutscher Rheumatologen warnte daher vor dem unkontrolliertem Fasten und der zusätzlichen Einnahme von Diuretika.

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Fasten und Diäten erfreuen sich nicht zuletzt aufgrund des weit verbreiteten Abnehmwunsches einer wachsenden Beliebtheit. Häufig tendieren die Betroffenen dabei zu einem unkontrollierten Fasten oder Diäten mit sogenannten Diuretika, um schnellere Effekte beim Abnehmen zu erzielen. Doch hierdurch wird das Risiko einer Gicht-Erkrankung massiv erhöht, mahnte der Berufsverband Deutscher Rheumatologen in einer aktuellen Pressemitteilung.

Insbesondere der Einsatz sogenannter Diuretika, welche die Ausschwemmung von Wasser aus dem menschlichen Körper beschleunigen sollen, um auf diese Weise einen schnelleren Gewichtsverlust zu ermögliche, ist nach Einschätzung des Berufsverbandes Deutscher Rheumatologen mit Sorge zu betrachten. Denn hierdurch verändere sich die Löslichkeit der Harnsäure, wobei ein Anstieg der Harnsäure-Konzentration eine möglichen Folge ist. Außerdem werden durch das begleitende Fasten die Proteinspeicher abgebaut, wodurch sich der Harnsäurespiegel weiterhin erhöhe, berichten die Experten. Alle genannten Faktoren begünstigen laut Aussage des Berufsverbandes Deutscher Rheumatologen das Auftreten eines Gichtanfalls. Daher raten die Fachleute von unkontrolliertem Fasten und dem Einsatz der Diuretika dringend ab und empfehlen Stattdessen Übergewicht langsam zu reduzieren, d. h. höchstens zwei bis drei Kilo pro Monat. Allerdings ist dabei nach Aussage der Experten stets das Ausgangsgewicht der Abnehmwilligen zu berücksichtigen.

Als sogenannte Purin-Stoffwechselerkrankung ist die Gicht (Urikopathie) eine in Schüben verlaufenden Krankheit, die durch Ablagerungen von Harnsäurekristallen (Urat) im Geweben und Gelenken erhebliche Schmerzen und schwere Entzündungen verursachen kann. Langfristig drohen darüber hinaus Schädigungen der Niere, die schlimmstenfalls in einer Niereninsuffizienz (Nierenversagen) enden können. Die akuten Gichtanfälle machen sich sich durch starke Schmerzen, extreme Berührungsempfindlichkeit, Rötungen, Schwellung und Überwärmung der Gelenke bemerkbar. Relativ häufig sind die Gelenke der großen Zehen betroffen, aber auch die Beingelenke sind öfter Ausgangspunkt des Gichtanfalls, erklärten die Experten des Berufsverbandes Deutscher Rheumatologen. Zwar sei Gicht normalerweise eine typische Männerkrankheit, doch bei unkontrolliertem Fasten und der Verwendung von Diuretika zum schnelleren Abnehmen, seien auch jüngere Frauen häufiger betroffen. Daher sollte bei dem Abnehmwunsch das Gicht-Risiko keineswegs vernachlässigt werden, warnen die Experten des Berufsverbandes Deutscher Rheumatologen. (fp)

Bild: birgitH / pixelio.de