Giftiges Chromat in Kinderschuhen

Nina Reese

Wieder gesundheitsschädliches Chromat in Krabbelschuhen und Kindersandalen entdeckt

29.04.2014

Erneut wurde in Kinder-Schuhen gesundheitsschädliches Chromat entdeckt. Das amtliche Labor in Freiburg hat in sechs von 23 Paaren Kinder- und Babyschuhen eine Überschreitung des Chromat-Grenzwertes festgestellt, welches durch fehlerhaftes Ledergerben entsteht. Für Verbraucherminister Alexander Bonde Grund, die Kontrollen weiter zu verstärken und immer wieder an die Sorgfaltspflicht und wirkungsvolle Eigenkontrollen der Unternehmen zu appellieren.

Chrom VI ein Reaktionsprodukt aus dem Gerbprozess
Wird es wärmer, steigt auch die Lust auf luftige Kleidung und Schuhe. Viele Eltern kaufen ihren Kindern daher gerne offene Lederschuhe oder -sandalen, da diese relativ undurchlässig für Wasser aber trotzdem atmungsaktiv sind. Doch gerade Leder kann zu einem echten Gesundheitsproblem werden, denn es kann Chrom VI (Chromat) enthalten, ein Reaktionsprodukt aus dem Gerbprozess – welcher unter Umständen starke Allergien hervorrufen kann. Gerade Kinderschuhe sollten daher natürlich frei von Chromat sein – doch wie Baden-Württembergs Verbraucherminister Alexander Bonde (Grüne) mitteilt, hat nun das amtliche Labor in Freiburg erneut erhöhte Werte in Kinder- und Baby-Schuhen entdeckt. „Von insgesamt 23 Paar untersuchten Kinder- und Babyschuhen wurden sechs Paar wegen der Überschreitung des Chromat-Grenzwertes beanstandet. Lediglich die Hälfte der Produkte war frei von Chromat."

Produkte offenbar nicht nach dem aktuellen Stand der Technik hergestellt
Die nachgewiesenen Mengen an Chromat auf Lederwaren würden laut Bonde darauf hindeuten, dass die Produkte nicht nach dem aktuellen Stand der Technik hergestellt worden seien. Unverständlich, denn „die Untersuchungsergebnisse der letzten Jahre zeigen, dass es möglich ist, kontinuierlich einwandfreie Ware herzustellen – an diesem Anspruch müssen sich die Hersteller auch heute messen lassen“, so der Minister weiter. Dementsprechend sei schon aus Vorsorgegründen eine Reduzierung der Rückstände zwingend erforderlich, zumindest müssten die Produzenten jedoch die gesetzlichen Grenzwerte einhalten, fordert Bonde.

„Jacob’s – die Babymoden -Manufaktur“ nimmt Krabbelschuhe vom Markt
Konkret hatte das EU-Schnellwarnsystem Rapex neben Schuhen aus China, Taiwan, Italien oder Spanien auch in hierzulande produzierten Schuhen zu hohe Werte ausfindig gemacht. In einem Fall hatte laut Information des Stuttgarter Verbraucherschutzministeriums das Rehauer Unternehmen „Jacob’s – die Babymoden -Manufaktur“ ihre „Krabbelschuhe rosa“, „Krabbelschuhe creme“ und „Krabbelschuhe schwarz“ vom Markt genommen und zudem um Rückgabe der Artikel gebeten. In diesen war nach Angaben des Unternehmens „trotz aller Qualitätssicherungsmaßnahmen […] Chrom VI in erheblichen Mengen“ nachgewiesen worden, „so dass von den eingesetzten Artikel ein ernstes gesundheitliches Risiko ausgeht“, so die Mitteilung der Babymoden -Manufaktur. Auch in der „Bioline Kinder-Pantolette“ (Artikelnummer 19263 in Weiß) der Reno Schuh GmbH war „trotz umfassender Prüfungen [.] bei einer nachträglichen Untersuchung eine Belastung durch Chromat“ festgestellt worden, wie das Unternehmen selbst mitteilte. Auch hier wurde der Artikel schließlich im Rahmen des Vorbeugenden Verbraucherschutzes zurückgerufen.

Chromat weder am Aussehen noch am Geruch erkennbar
Verbraucher können Chromat weder am Aussehen noch am Geruch erkennen, auch Herkunft und Preis der Produkte können nicht weiter helfen – wie am Beispiel der handgemachten Krabbelschuhe der Firma „Jacob’s“ deutlich wird. Dementsprechend würde laut Bonde durch die amtliche Überwachung der Druck weiter aufrechterhalten, zudem würden weiter verstärkt Kontrollen durchgeführt werden, bis eine deutliche Verbesserung der Situation erkennbar sei, so die Mitteilung des Ministeriums. „Die Wirtschaft ist dafür verantwortlich, dass Lederwaren wie beispielsweise Schuhe, sicher sind und alle gesetzlichen Bestimmungen einhalten. […] Ich erwarte von der Branche, dass sie ihrer Sorgfaltspflicht nachkommt und durch wirkungsvolle Eigenkontrollen dafür Sorge trägt, nur noch einwandfreie Lederwaren zu verkaufen“, sagte Verbraucherminister Alexander Bonde am Sonntag in Stuttgart. (nr)

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Bild: miraliki / pixelio.de