Grillunfälle: Warum Verbrennungen nicht dauerhaft gekühlt werden sollten

Alfred Domke
Verbrennungen bei Grillunfall: Brandwunden nicht dauerhaft kühlen
Bei Sonnenschein und hohen Temperaturen gibt es für viele nichts Schöneres als zusammen mit Freunden im Freien zu grillen. Ein kühles Bier und ein saftiges Steak machen den Tag perfekt. Leider kommt es dabei auch immer wieder zu Unfällen mit Verbrennungen. Experten haben einige Tipps, was dann zu beachten ist.

Unfälle beim Grillen
Sonnenschein, ein kühles Bier, leckere Würste und ein saftiges Steak auf dem Grill: Für viele Bundesbürger ist das die Idealvorstellung eines gelungenen Sommertags. Die Freude der Hobbygriller kann aber schnell getrübt werden. In der Grillsaison sind Unfälle mit Verbrennungen keine Seltenheit. Fachleute erklären, wie man sich bei einem Unfall am Rost richtig verhält.

Beim Grillen kommt es leider immer wieder zu Unfällen mit Verbrennungen. Laut Experten sollten solche Brandwunden nicht dauerhaft gekühlt werden. (Bild: Sauerlandpics/fotolia.com)

Bei schweren Verbrennungen Rettungsdienst rufen
Experten weisen immer wieder darauf hin, dass beim Grillen kein Brennspiritus verwendet werden soll, da dieser häufig zu Verbrennungen führt.

Bei schweren und bei großflächigen Verbrennungen (mehr als ein Unterarm) muss sofort der Rettungsdienst (Notruf 112) gerufen werden.

Mehr zum Thema:

Besonders bei Verbrennungen im Gesicht, oder wenn heiße Luft eingeatmet wurde, kann die Situation für den Verletzten lebensbedrohlich werden, schreibt das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in einer Mitteilung.

Große Brandwunden nicht kühlen
Bei Verbrennungen treten schon nach wenigen Sekunden Hautschädigungen ein. Professor Dr. Peter Sefrin, Bundesarzt beim DRK, rät, kleinflächige Wunden (bis zur Größe einer Handfläche) zur Schmerzlinderung nur kurzfristig zu kühlen.

Denn: „Eine länger andauernde Kühlung mit Wasser kann bei großflächigen Verletzungen eine Unterkühlung nach sich ziehen.“ Große Brandwunden besser gar nicht kühlen, sondern gleich einen Arzt aufsuchen.

„Bedecken Sie die Wunde mit einem (Brandwunden-)Verbandtuch aus dem Verbandkasten Ihres Autos. Verbinden Sie dann die Wunde locker und ohne Druck“, erläutert der Mediziner.

Hausmittel bei Verbrennungen
Hausmittel gegen Verbrennungen wie Salben, Öl oder Mehl gehören seiner Meinung nach nicht auf eine Brandwunde.

Anderen Experten zufolge können solche Mittel bei leichteren Verbrennungen sehr wohl Linderung verschaffen. Den Heilwirkungen der Aloe Vera kommt dabei eine bedeutende Rolle zu.

Doch nicht nur Unfälle, sondern auch verschiedene chemische Substanzen, die beim Grillen entstehen können, stellen ein Gesundheitsrisiko dar.

So kann der Rauch sogenannte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, kurz PAK, enthalten, die Krebs auslösen können. Diese entstehen zum Beispiel, wenn Fett oder Marinade ins Feuer tropfen oder das Grillfleisch mit Bier abgelöscht wird.

Wenn aber einige Tipps und Tricks beachtet werden, kann das BBQ auch ohne gesundheitsschädliche Schadstoffe gestaltet werden.

So lassen sich die Krebsstoffe beim Grillen beispielsweise durch die richtige Zubereitungsart und Marinaden reduzieren. (ad)