Grippe: Erkrankungswelle könnte erneut mit dem Karneval neuen aufflammen

Alfred Domke
Rezeptfreie Medikamente: Bedarf an Erkältungsmitteln verdoppelt
Halsweh, Husten, Schnupfen: Die aktuelle Erkältungs- und Grippewelle lässt den Absatz an rezeptfreien Medikamenten deutlich ansteigen. Experten warnen: Während der Karnevalszeit könnten sich noch deutlich mehr Menschen infizieren. Daher sollten einige Tipps beachtet werden, um Infekten vorzubeugen.

Vor Infekten schützen
Die heftige Grippewelle sorgt derzeit dafür, dass unzählige Menschen mit Beschwerden wie Husten, Halsschmerzen und Fieber im Bett liegen. Um sich vor einer Infektion zu schützen, ist es grundsätzlich sinnvoll, das Immunsystem zu stärken und von Erkrankten Abstand zu halten. Vor allem letzteres dürfte sich während des Karnevals als schwierig erweisen.

Die Erkältungs- und Grippewelle lässt den Absatz an rezeptfreien Mitteln alljährlich auf das Doppelte steigen. Zur Faschingszeit könnte sich die Zahl der Infizierten weiter erhöhen. (Bild: Gina Sanders – fotolia.com)

Erkältungswelle könnte zu Karneval neuen Schwung bekommen
Experten zufolge könnte die Erkältungswelle mit dem Fasching und den damit einhergehenden rauschenden Festen neuen Schwung bekommen.

Stefan Fink, Apotheker aus Weimar und Mitglied im Vorstand des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) erklärte in einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa: „Viele Menschen auf einem Fleck dazu mit Körperkontakt ist natürlich für Viren und Bakterien ein Eldorado. Weil man sich gerade in der Närrischen Zeit besonders nahe kommt, verbreiten sich die Erreger besonders gut.“

Darüber hinaus werde die Ansteckungsgefahr durch die Kälte in Kombination mit Alkohol verstärkt. „Man sollte es also mit Sekt, Wein und Co. nicht übertreiben. Außerdem ist warme Kleidung beim Faschingsumzug angesagt, dicke Winterstiefel zum Beispiel, auch wenn’s nicht zum Kostüm passt“, so der Fachmann.

Hausmittel können helfen
Wenn einen dennoch eine Erkältung oder Grippe erwischt, sollte man sich möglichst so lange ausruhen, bis die Erkrankung abgeklungen ist. In vielen Fällen können Hausmittel die Beschwerden lindern.

Zur schnellen Behandlung von Erkältungen eignen sich zum Beispiel Ingwer, Honig und Zwiebeln. Medikamente werden von Gesundheitsexperten oft nur bei schweren Krankheitsverläufen empfohlen.

Absatz rezeptfreier Erkältungsmittel verdoppelt
Dennoch greifen viele Menschen schnell zu Tabletten und Co. Laut der dpa-Meldung lässt die Erkältungs- und Grippewelle den Absatz an rezeptfreien Mitteln alljährlich auf das Doppelte steigen. Demnach schlugen sich Schnupfnasen, Halsweh und Heiserkeit auch in diesem Winter im Umsatz nieder.

Nach Zahlen des DAV gaben Kunden allein im vierten Quartal 2016 rund 452 Millionen Euro für Präparate von Halsschmerzmitteln über Nasenspray bis hin zu Hustensaft aus. Dies war mehr als im zweiten und dritten Quartal 2016 zusammen.

Den Angaben zufolge gingen im vierten Quartal 2016 etwa 62 Millionen Arzneimittelpackungen über die Ladentheke. Im Sommer sind es lediglich 30 bis 35 Millionen pro Quartal.

„Die aktuellen Absatzzahlen seit Oktober 2016 deuten darauf hin, dass die Erkältungswelle noch in vollem Gange ist“, sagte Fink. „Der akute Bedarf der Menschen an Erkältungsmitteln aller Art ist in der kalten Jahreszeit in der Regel doppelt so hoch wie in den Sommermonaten.“

Steigende Influenza-Aktivität
Auch „die Grippewelle in Deutschland hält bei steigender Influenza-Aktivität an“, schreibt das Robert Koch-Institut (RKI) im aktuellen „Epidemiologischen Bulletin„. Laut dem Institut wurden für die 5. Meldewoche 2017 bislang 14.242 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle an das RKI übermittelt.

Zu den neuen Erkenntnissen über die Wirksamkeit des Impfstoffs der aktuellen Saison schreiben die RKI-Experten: „Auch wenn durch die Impfung weniger als die Hälfte der Geimpften vor einer Erkrankung mit Influenza geschützt ist, kann aufgrund der Häufigkeit von Influenza-Erkrankungen durch die Impfung eine große Zahl an Erkrankungen verhindert werden. Daher bleibt die Influenza-Impfung die beste Präventionsmaßnahme auf Bevölkerungsebene, um das Risiko von Erkrankungen zu vermindern.“ (ad)

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