Grippeimpfung nur für Senioren

Heilpraxisnet

Grippeimpfung ist für Senioren empfehlenswert

29.10.2014

Laut einem Bericht der "Ärzte Zeitung" sind Senioren über 60 altersbedingt besonders durch Infektionen gefährdet. Dabei verlaufen diese vergleichsweise schwerer als bei jüngeren Menschen. Impflücken begünstigen Infektionen zudem. Empfohlen wird laut Ständiger Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts (RKI) neben Impfungen gegen Tetanus und Diphterie eine gegen Pertussis. Außerdem wird älteren Menschen trotz einer niedrigen Wirksamkeit von nur 30- 50 Prozent zusätzlich eine jährliche Impfung gegen Influenza empfohlen.

Impfraten grundsätzlich zu niedrig
Wie die Ärzte Zeitung weiter berichtet, sind die Impfraten in Deutschland viel zu niedrig. Die meisten der registrierten Tetanusfälle treten infolge fehlenden Impfschutzes bei älteren Menschen auf, die sich z.B. bei der Gartenarbeit verletzt haben. Besonders wichtig sei "der Impfschutz für Senioren, wenn sie Kleinkinder betreuen". So würden erwachsene Kinder häufig anstecken und eine Pertussis Infektion kann etwa für Säuglinge lebensbedrohlich bis tödlich verlaufen.

Influenza Impfstoffe nur mäßig effizient
Insgesamt lässt die Wirksamkeit von Influenza Impfungen zu wünschen übrig, sie ist in erster Linie davon abhängig, ob die aktuellen Erregertypen vom Impfstoff „abgedeckt“ werden. Nach Studiendaten sind 50- 80 Prozent der Geimpften geschützt, bei den Senioren sind es allerdings nur noch 30- 50 Prozent die den Schutz gegen die potenziell tödliche Virusinfektion genießen. Dennoch verweist der Vorsitzende der STIKO Dr. Jan Leidel auf die Wichtigkeit der Impfungen: "Bei aller Kritik an der Impfung, sie ist der beste Schutz, den wir haben."

Empfohlen werden neben trivalenten Impfstoffen und tetravalenten Impfstoffen immunogene Impfstoffe. Die Gesetzlichen Krankenkassen würden allerdings nur die Kosten für trivalente Impfstoffe tragen. Gerade bei Reisen wären aber immunogene Impfstoffe angebracht, und zwar auch außerhalb der Grippesaison. Weitere Impflücken eröffnen sich während der Grippesaison in Alten- und Pflegeheimen. Hier fehlt häufig nicht nur der von der STIKO empfohlene Impfschutz der Senioren, sondern auch der des Pflegepersonals. Das begünstige Ärzten zufolge Ausbrüche in Pflegeeinrichtungen, so die Ärzte Zeitung weiter. Deshalb fordert das RKI eine Erhöhung der Impfquoten bei Senioren und Personal. Darüber hinaus empfiehlt das RKI die Vergabe antiviraler Prophylaxen.

Pro und Kontra abwiegen
Während das RKI die Grippeimpfungen trotz der mäßigen Effektivität empfiehlt, verweisen Gegner der Impfung, vor allem Vertreter von Naturheilverfahren, auf die Nebenwirkungen der Impfungen und Symptome wie etwa Müdigkeit und Gliederschmerzen sowie die Tatsache, dass viele Impfstoffe giftige Konservierungsmittel wie etwa Formaldehyd und Quecksilberverbindungen enthalten. Sie empfehlen das Infektionsrisiko durch einfache Hygienemaßnahmen wie z.B. regelmäßiges Händewaschen oder Husten und Niesen in Ellenbogenbeuge und Einmaltaschentücher zu senken. Zudem sollten Kranke den Kontakt zu Risikogruppen meiden. (jp)

Bild: Rike/Pixelio