Grippesaison startet wegen mildem Winter verzögert

Alfred Domke

Grippesaison startet wegen mildem Winter verzögert

09.02.2014

Nun geht sie wieder los, die Zeit der Taschentücher, die Zeit mit Husten und Schnupfen. Die Grippesaison hat begonnen. Zwar hat der milde Winter deren Start dieses Jahr deutlich verzögert, doch ersparen kann er sie uns nicht.

Grippesaison in Bayern gestartet
Nun hat sie begonnen: die Grippesaison. Wegen dem milden Winter startet sie allerdings mancherorts deutlich verzögert, so auch in Bayern. Den Angaben des bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) zufolge, ging es erst in dieser Woche so richtig los. Mit knapp 120 neuen Grippe-Erkrankungen seien mehr als doppelt so viele Fälle wie in der Vorwoche gezählt worden. Die Gesundheitsämter melden dem LGL wöchentlich die Infektionszahlen. In den vergangenen Jahren sei Anfang Februar der Höhepunkt schon oft erreicht oder gar überschritten worden.

Im Vergleich zu vergangenen Jahren deutlich verzögert
„Wir haben heuer ein eher spätes Jahr, sicher hatte das Wetter einen Einfluss“, so Claudia Schuller, Sprecherin des LGL gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. „Aber jetzt sind wir richtig gestartet. Jetzt geht es langsam nach oben.“ Verglichen mit vergangenen Jahren ist die Grippe-Zeit sogar ganz deutlich nach hinten verschoben worden. So startete sie in den Wintern 2010 und 2012 bereits Anfang Dezember und erreichte ihren Höhepunkt jeweils schon Anfang Februar. Die bayerischen Gesundheitsämter haben seit Anfang des Jahres 235 Neuinfektionen gemeldet. Im selben Zeitraum des Vorjahres waren es bereits 2.156 Influenza-Fälle, so die LGL-Sprecherin.

Vor zwei Jahren startete Influenza-Welle ähnlich spät
Die Grippesaison vor zwei Jahren sei allerdings ähnlich spät losgegangen wie in diesem Jahr und auch der Verlauf aus dem Winter 2011/2012 ähnele der diesjährigen Zahlenkurve. Die Grippewelle verlief damals auch nicht so heftig. Schuller wollte dennoch keine Prognose wagen, ob auch in diesem Jahr die ganz schlimme Influenza-Welle ausbleibt. In der Regel dauert die Saison bis Ende März und dann könne auch dieses Jahr der Höhepunkt erreicht werden.

Grippe ist kein grippaler Infekt
Im Gegensatz zum sogenannten grippalen Infekt handelt es sich bei einer Grippe nicht um eine harmlose Erkrankung. Die Grippe (Influenza) kommt schlagartig und klingt nur langsam ab. Es kommt zu Symptomen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und Schüttelfrost. Anders als bei einer Erkältung, bei der nur die oberen Atemwege betroffen sind, erfasst eine Influenza den ganzen Körper. Betroffene haben häufig Fieber bis zu 41 Grad sowie Gelenk- und Muskelschmerzen. Bei Kindern verläuft eine Grippe manchmal mit untypischen Symptomen wie plötzlicher Übelkeit, Durchfall und Juckender Hautausschlag. Eltern sollten mit ihren Kindern deshalb in jedem Fall einen Arzt aufsuchen. Grippe-Patienten fühlen sich in der Regel sehr schwach und elend. Der Körper kann mehrere Wochen benötigen, um sich von der Erkrankung zu erholen und wieder zu Kräften zu kommen.

Impfung für Menschen aus Risikogruppen
Das LGL warnt auf seiner Internetseite: „Für Menschen mit Grunderkrankungen kann eine Grippe eine lebensbedrohliche Komplikation bedeuten.“ Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch Institut empfiehlt eine Schutzimpfung in erster Linie älteren Menschen über 60 Jahre, chronisch Kranken mit Grundleiden wie Diabetes, Asthma oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, medizinischem Personal und Schwangeren ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel, denn diese zählen zu den Risikogruppen. In der Regel werden die Kosten von den Krankenkassen übernommen. Grundsätzlich gilt jedoch bei der Grippe-Impfung Pro und Contra gegeneinander abzuwägen. Da der Körper etwa 14 Tage braucht, um nach einer Impfung den Schutz aufzubauen, könne eine Impfung ohnehin nur vor Beginn einer Erkrankung sinnvoll sein. (ad)

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