Grippewelle verursacht überfüllte Kliniken

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Heilpraxisnet
Grippewelle hat den Norden erreicht

27.02.2015

Die Grippe hat Deutschland fest im Griff. Allein in der achten Kalenderwoche wurden bundesweit mehr als 7.000 Grippekranke registriert. Das sind mehr Fälle als in der gesamten Grippesaison 2013/2014 mit insgesamt 6.200 betroffenen Patienten. Auch im Norden werden immer mehr Influenza-Fälle gemeldet. Viele Kliniken können die Patientenlast kaum noch bewältigen.

Deutlich mehr Grippe-Fälle als in der vergangenen Saison
Seit Oktober letzten Jahres steigt die Zahl der im im Labor bestätigten Grippe-Fälle stetig an. Mittlerweile wurden insgesamt fast 27.000 Betroffene registriert, wie die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) am Robert Koch-Institut (RKI) informiert. Elf Prozent der Erkrankten wurden in Kliniken stationär behandelt. 51 Todesfälle wurden zudem bereits registriert.

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Die Zahl der Arztbesuche ist angesichts der „Stark erhöhten Influenza-Aktivität“, wie die AGI für den Süden, Mitte (West), Norden (West) und Osten meldet, ebenfalls deutlich angestiegen. Einige Kliniken sind zudem bereits voll. „Die Lage ist regional unterschiedlich, aber teilweise stehen die Krankenhäuser sehr unter Druck“, erklärte Holger Mages von der Deutschen Krankenhausgesellschaft gegenüber der Nachrichtenagentur „dpa“. Die Situation werde zudem verschärft, weil viele Patienten statt zum Hausarzt direkt in die Notaufnahme gehen würden. Grundsätzlich seien die Kliniken aber bemüht, zusätzliche Kapazitäten zu schaffen.

„Die Notaufnahmen in Bayern sind alle komplett voll“, so der Sprecher der Landeskrankenhausgesellschaft, Eduard Fuchshuber, gegenüber der Nachrichtenagentur. „So extrem wie dieses Jahr hab ich es noch nicht miterlebt.“ Ein ähnliches Bild zeigt sich auch in vielen Kliniken in Baden-Württemberg.

In Niedersachsen kommt es wegen der Grippe zu Engpässen in den Kliniken
Mittlerweile ist auch der Norden Deutschlands betroffen. „Es ist ein flächendeckendes Problem, aber besonders stark betroffen sind die Ballungsräume“, berichtete Helge Engelke von der Landeskrankenhausgesellschaft in Hannover im Gespräch mit der Nachrichtenagentur. In Braunschweig wurden beispielsweise „Patientenbetten auf dem Flur aufgestellt“. Da die Grippe sehr ansteckend ist, müssen die Betroffenen einzeln untergebracht werden, „was ebenfalls zur Verschärfung des Problems beiträgt“.

Der Nachrichtenagentur zur Folge hat sich die Lage in einzelnen Kliniken in Hessen wieder etwas entspannt, wobei es weiterhin auch dort viele Influenza-Fälle gibt. Brigitte Wagner, Geschäftsführerin des Klinikverbunds Hessen, gibt aber noch keine Entwarnung. Es könne noch nicht von einer Trendwende gesprochen werden.

Einen wirksamen Schutz vor der Grippe gibt es derzeit nicht mehr, denn für eine Grippeimpfung ist es zu spät, da die Schutzwirkung erst etwa 14 Tagen nach der Impfung besteht. Zudem ist das Impfmittel gegenüber dem verbreitetsten Grippevirus in diesem Jahr weniger wirksam. Experten raten dazu, Menschenansammlungen sowie den Kontakt zu Erkrankten zu meiden und sich regelmäßig gründlich die Hände zu waschen. (ag)

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: Dieter Schütz / pixelio.de