Gröhe wirbt für mehr Organspenden

Heilpraxisnet

Kampagne: Gesundheitsminister Gröhe wirbt für mehr Organspenden

07.06.2014

„Jede Organspende kann Leben retten“: Darauf weist Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe zum Start einer neuen Kampagnehin, die für mehr Organspenden werben will. Mit dem Motto „Ich entscheide“ soll für das Ausfüllen eines Organspendeausweises geworben werden. Am heutigen Samstag findet der Tag der Organspende statt.

Kampagne für mehr Organspenden
Am Freitag haben das Bundesgesundheitsministerium (BMG) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) eine neue Kampagne für mehr Organspenden gestartet. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) sagte dazu in Berlin: Jede Organspende kann Leben retten.“ Das Ziel der Kampagne mit dem Motto „Ich entscheide“ sei, möglichst viele Menschen zum Ausfüllen eines Organspendeausweises zu bewegen. Menschen, die ihre persönliche Entscheidung für die Organspende treffen, geben zudem ihren Angehörigen die Gewissheit, „in einer schwierigen Situation das Richtige zu tun“.

Organspenden erreichten historischen Tiefstand
Elisabeth Pott, Direktorin der BZgA, verwies in diesem Zusammenhang auf eine Umfrage, wonach die Organ- und Gewebespende zunehmend im Familien- und Freundeskreis thematisiert würden. Demnach unterhielten sich im Jahr 2012 nur 59 Prozent der Befragten über das Thema, 2013 waren es bereits 65 Prozent. Bereits im vergangenen Jahr hatte Gröhes Amtsvorgänger Daniel Bahr (FDP) für mehr Organspenden geworben. Damals reagierten Regierung und Bundeszentrale auf die sinkende Zahl der Organspender. Deren Zahl erreichte im vergangenen Jahr einen historischen Tiefstand, nachdem 2012 an mehreren Universitätskliniken Manipulationen bei Transplantationen aufgedeckt worden waren. Nur 876 Organspender waren 2013 zu verzeichnen gewesen.

Keine Trendwende in Sicht
Bislang sei auch in diesem Jahr noch keine Trendwende in Sicht. Obwohl sich laut einer Umfrage im Auftrag der BZgA 68 Prozent der Deutschen einverstanden erklärte, ihre Organe nach dem Tod zu spenden, wurden von Januar bis April lediglich 287 Verstorbenen Spenderorgane entnommen. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) waren es im selben Zeitraum des Vorjahres noch 301 Spender gewesen. Nur 28 Prozent der Bundesbürger haben einen Organspendeausweis. Doch trotz der sinkenden Organspender-Zahlen will Gröhe das Transplantationssystem nicht grundlegend ändern. Nach der deutschen Rechtslage wird nur derjenige zum Organspender, der selbst oder dessen Angehörige einer Entnahme nach dem Tod zugestimmt haben.

Tag der Organspende
Die sogenannte Entscheidungslösung, wonach alle Versicherten in Deutschland von ihren Krankenkassen dazu aufgefordert werden, eine Entscheidung zur Organspende zu treffen und dies auf einem Organspendeausweis zu vermerken, gilt seit 2012. Auch wenn in den vergangenen Jahren immer wieder gefordert wurde, Organspenden für alle verpflichtend zu machen, solange sie sich nicht bewusst dagegen entscheiden, konnte ein solcher Zwang nicht durchgesetzt werden. In Deutschland warten derzeit rund 11.000 schwerkranke Menschen auf ein Spenderorgan. Am heutigen Samstag, den 7. Juni, wird zum bundesweiten Tag der Organspende aufgerufen. Bei der zentralen Veranstaltung in Stuttgart wollen sich neben Gesundheitsminister Gröhe auch zahlreiche Prominente wie Mary Roos oder Laith Al-Deen für die Organspende einsetzen. (ad)

Bild: Dieter Schütz / pixelio.de