Großeinsätze wegen Reizgas: Über 50 Menschen verletzt

Alfred Domke
Zahlreiche Verletzte wegen Reizgas – Dutzende Menschen im Krankenhaus
In Nordrhein-Westfalen gab es am Montag zwei Großeinsätze wegen Verletzungen durch Reizgas. Über 50 Menschen erlitten dabei gesundheitliche Beeinträchtigungen wie Augen- und Atemwegsreizungen. 30 Personen wurden in Krankenhäuser gebracht.

Dutzende Menschen in Kliniken gebracht
Medienberichten zufolge gab es am Montag in Nordrhein-Westfalen gleich zwei Einsätze aufgrund von Reizgas. Zum einen wurde in einem Schulzentrum in Selm ein bislang unbekanntes Gas versprüht. Es wurde ein Alarm für einen sogenannten „Massenanfall von Verletzten“ ausgelöst, nachdem zahlreiche Schüler und Lehrer über Atemwegsbeschwerden wie Husten und Kratzen im Hals geklagt hatten. Von den rund 100 Betroffenen seien etwa 30 in Krankenhäuser gebracht worden.

In Nordrhein-Westfalen wurden am Montag in einem Schul- und einem Einkaufszentrum Reizgas versprüht. Insgesamt sollen über 50 Personen verletzt worden sein. (Bild: lassedesignen/fotolia.com)

Einkaufszentrum wurde evakuiert
Im zweiten Fall soll ein 16-jähriger Schüler in einem Einkaufszentrum in Mülheim Pfefferspray versprüht und dabei 22 Personen verletzt haben. Nach Polizeiangaben habe der Teenager die Tat gestanden.

Laut einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa gab er an, dass er das Spray, das in einem Geschäft des Einkaufszentrums als Tierabwehrspray angeboten wird, testen habe wollen.

„Starke Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr evakuierten das Einkaufzentrum und versorgten 22 verletzte Personen, die über Augen -und Atemwegsreizungen klagten“, berichtet die Polizei.

Der Schüler sei nach Zeugenhinweisen in der Nähe festgenommen worden. Ihn erwartet nun ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung.

Gesundheitliche Gefahren durch Reizgas
Reizgas, wie Tränengas oder Pfefferspray, wird in Deutschland unter anderem von der Polizei bei Demonstrationen eingesetzt. Immer mehr Menschen erwerben solche Mittel allerdings auch privat zur Selbstverteidigung. Minderjährigen fällt es meist nicht schwer, an solche Sprays zu kommen.

Die Symptome, die durch solche Mittel verursacht werden, treten meist sofort oder wenige Sekunden nach dem Versprühen auf. Versprühtes Reizgas kann zu einer Schwellung der Schleimhäute und dem sofortigen Schließen der Augenlider führen.

Durch das Einatmen des Reizstoffes treten meist gesundheitliche Beschwerden wie Husten und Atemnot auf. Auf der Haut entsteht häufig ein unangenehmer Juckreiz. (ad)