Gute Vorsätze: So kann es klappen

Heilpraxisnet

Gute Vorsätze: So klappt es doch noch

13.01.2015

Gesünder leben, Stress möglichst vermeiden, mehr Zeit für die Familie haben, eine neue Sprache lernen: Viele Menschen nehmen sich zum Jahreswechsel einiges vor, doch leider ist die Euphorie nach einigen Wochen meist wieder verflogen. Gute Vorsätze sollten aber nicht aufgegeben werden. Einige Tipps können dabei helfen.

Der Durchhaltewille bröckelt
Einer Umfrage zufolge haben sich viele Bundesbürger für das neue Jahr vorgenommen, stressfreier zu leben, mehr Zeit für Familie und Freunde aufzubringen und mehr Sport treiben zu wollen. Doch auch in beruflicher Hinsicht wurden Pläne geschmiedet. „In diesem Jahr wird alles besser.“ Mit solch ehrgeizigen Gedanken ist mancher Berufstätige in das neue Jahr gestartet. Doch bereits jetzt macht sich Ernüchterung breit und der Durchhaltewille bröckelt. In einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa werden wertvolle Tipps gegeben, wie es doch noch was wird mit den guten Vorsätzen.

In sich gehen und sich auf das Wesentliche beschränken
„Nehmen Sie ein Blatt Papier und schreiben auf, was Sie sich vorgenommen haben“, erläutert der Psychologe Hans-Werner Rückert. Diejenigen, die noch nicht mit der Umsetzung ihrer guten Vorsätze begonnen haben, sollten sich fragen, warum das so ist. „Die ganze Sache war vielleicht eine spontane Laune“, sagte Rückert. „Um tatsächlich Dinge ändern zu können, muss man häufig Gewohnheiten ändern.“ Mitarbeiter sollten sich fragen, ob sie dazu bereit sind und wie wichtig es ihnen ist, ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Der Psychologieprofessor Gerhard Stemmler empfiehlt, die Vorhaben zu sortieren und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Oft hilft es, ein paar der guten Vorsätze zu streichen.

Auf den Boden bleiben
„In 99 Prozent der Fälle ist es notwendig, das Vorhaben zu überarbeiten“, meint Karriereberaterin Hanne Bergen. „Ich will selbstsicherer werden“ oder „Ich will beruflich vorankommen“ sind keine Vorhaben, sondern Wünsche. Es sei wichtig, daraus ein konkretes Ziel zu formulieren, wie: „Ich werde eine Gehaltsverhandlung mit meinem Chef führen.“ Stemmler warnt, dass man mit Wünschen wie „Ich will Bundeskanzlerin von Deutschland werden“ vorsichtig sein sollte, da das Risiko des Scheiterns bei derart hochgesteckten Zielen groß sei. Um realistisch zu bleiben, hört man sich am besten Einschätzungen des Partners und von Freunden an. Auch die Psychologin Sabine Gregersen von der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) in Hamburg erläuterte vor wenigen Tagen, wie man es 2015 besser macht und sagte, dass die ersten Erfolgsfaktoren bereits das richtige Auswählen und Formulieren der guten Vorsätze sind. Man sollte sich auch nicht zu viel vornehmen. „Es gibt Menschen, die sich selbst hinters Licht führen und glauben, sie müssten alles komplett abarbeiten“, so Rückert. „Für sie wäre es gut, sich weniger vorzunehmen.“

Schnelle Erfolge erzielen
Man sollte konkret festlegen, wann man mit den guten Vorsätzen beginnt. Die Beraterin nennt Beispiele: „Ich spreche gleich heute mit jemandem, der sich in den vergangenen beiden Jahren beruflich verändert hat. Ich suche mir einen Mentor, ein Vorbild.“ Oder auch: „Das habe ich vielleicht schon in zwei Stunden erledigt.“ Auf diese Weise stellen sich schnell Erfolge ein. „Wenn man Erfolg hat, hat man auch Lust darauf, dann wird es leichter, es umzusetzen“, so Rückert. Mit Hilfe von Zwischenzielen kann überprüft werden, ob man auf Kurs ist. Rückert erklärt weiter: „Wenn ich meine Ziele teile, erhöhe ich den sozialen Druck.“ Und dann werden Freunde plötzlich fragen, wie es mit diesen oder jenen Plänen steht.

Flexibel bleiben
„Egal was gestern war, ich versuche es noch einmal!“ Mit dieser Einstellung kommt man Bergen zufolge letztendlich ans Ziel. „Wenn man große Ziele erreichen will, ist es wichtig, sich verschiedene Wege offenzuhalten und flexibel zu bleiben.“ Dies könne beispielsweise bei einer Gehaltsverhandlung mit dem Chef bedeuten, sich nicht auf eine Erhöhung der monatlichen Zahlung zu versteifen, sondern auch andere Verbesserungen wie einen jährlichen Bonus, Gratifikationen oder auch die Erlaubnis, im Home Office zu arbeiten, als Ergebnis zu akzeptieren. Rückert meint, dass das Erreichen eines Ziels oft schon Belohnung genug sei. „Bei extern vorgegebenen Zielen ist es wichtig, sich bewusst zu belohnen.“ Berufstätige könnten es Bergen zufolge mit einem Saunabesuch oder einem Abend im Kino feiern, wenn sie eine große Hürde genommen haben. Stemmler empfiehlt Mitarbeitern, dass sie ihre Vorhaben am besten zeitlich fixieren, um diese zügig umzusetzen. Sie vermeiden dadurch, immer wieder zu sagen: „Naja, das mache ich morgen.“ Oder gar erst im neuen Jahr. (ad)

Bild: GG-Berlin / pixelio.de