Hälfte aller Berufstätigen hat Schlafstörungen

Heilpraxisnet

Hälfte aller deutschen Berufstätigen hat Schlafstörungen: Schlafstörungen scheinen in Deutschland zur Volkskrankheit zu werden. Nach einer Studie der Krankenkasse DAK leiden ca. 20 Millionen deutsche Berufstätige unter Schlafstörungen. Es wird ein Zusammenhang zur Weltwirtschaftskrise gesehen.

Etwa 40 Prozent der Betroffenen gaben als Ursachen Stress im Beruf und belastende Familiensituationen an. 20 Prozent sahen wechselnde Arbeits- und Schlafzeiten durch Schicht- und Nachtarbeit als Grund für ihre Schlafstörungen an.

4 Millionen der Menschen mit Schlafstörungen schlafen mehr als dreimal pro Woche schlecht. Dadurch sind sie unausgeruht, übermüdet und nicht voll leistungsfähig. Dadurch kommt es auch häufiger zu Krankmeldungen. Der Körper benötigt die nächtliche Ruhephase zur Regeneration. Ist diese dauerhaft nicht gegeben, nimmt die Kompensationsfähigkeit des Organismus ab und es kann zu Erkrankungen kommen.

Mehr zum Thema:

In der Naturheilkunde sieht man die Ursachen auch in einem Ungleichgewicht zwischen den zwei Gegenspielern in unserem unwillkürlichen Nervensystem. Tagsüber ist vermehrt der sogenannte „Sympathikus“ aktiv. Dies ist das Nervensystem, das unseren Organismus antreibt. Es regelt unter anderem den Herzschlag hoch und verstärkt die Durchblutung in den Skelettmuskeln. Sein Gegenspieler ist der „Parasympathikus“. Er ist eher nach innen gerichtet, auf die Verdauung und regenerative Prozesse.

Ein Grund für ein Ungleichgewicht könnte mangelnde Bewegung tagsüber sein, durch die zunehmenden sitzenden Arbeitsplätze. Kommt dann noch Stress dazu, befindet sich wohl das sympathische Nervensystem wohl in ständiger Aktivität und die Betroffenen können nicht abschalten.

Mögliche eigene Einflussmöglichkeiten könnten Spaziergänge nach der Arbeit sein, die dem Körper einerseits etwas nötige Bewegung verschaffen und helfen, belastende Situationen nocheinmal zu durchdenken und besser zu verarbeiten. Problematisch ist, dass viele Menschen Schlafstörungen bagatellisieren und erst etwas unternehmen, wenn gravierende Folgeerscheinungen des dauerhaften Schlafmangels erkenn- und spürbar seien. (Thorsten Fischer, Heilpraktiker Osteopathie, 09.02.2010)