Händewaschen macht uns optimistischer

Nina Reese

Waschen der Hände hat offenbar Einfluss auf die Psyche

28.10.2013

Regelmäßiges und gründliches Händewaschen ist wichtig, denn dabei geht es nicht nur um die Reinigung von sichtbarem Schmutz, sondern auch um die Entfernung unsichtbarer Krankheitserreger. Doch das ist nicht alles, denn wie der Diplom Psychologe Kai Kaspar von der Universität Osnabrück nun herausgefunden hat, wirkt sich das Waschen der Hände offenbar auch auf die Psyche aus.

Osnabrücker Forscher führt Untersuchung zur Psychologie der Körperreinigung durch
Wer sich regelmäßig die Hände wäscht, kann vielen Krankheiten und Infekten vorbeugen, denn gerade durch tägliche Routinen wie Händeschütteln oder das Berühren von Toilettendeckeln oder Tastaturen können sich Viren und Bakterien schnell vermehren und ausbreiten. Neben der Reinigung bewirkt das Händewaschen aber offenbar noch mehr, denn es beeinflusst auch die Psyche des Menschen. Zu diesem Ergebnis ist der Wissenschaftler Kai Kaspar im Rahmen einer Studie gekommen, in der er den Zusammenhang von Reinlichkeit, Optimismus und Erfolg untersucht hatte.

Optimismus bei Händewaschenden deutlich größer
Für die Studie „zur Psychologie der Körperreinigung“ hatte der Forscher insgesamt 98 Probanden untersucht, die im ersten Schritt eine unlösbare Aufgabe bewältigen sollten. Im Anschluss teilte sich die Gruppe in eine Hälfte, die sich nach dem Misserfolg die Hände wusch und eine, die sich nicht wusch. Das Ergebnis: Beide Gruppen waren zwar optimistisch, beim zweiten Anlauf ein besseres Ergebnis zu erzielen – bei denjenigen, die sich die Hände gewaschen hatten, war der Optimismus jedoch wesentlich stärker ausgeprägt, so Kai Kaspar in einem Artikel in der Fachzeitschrift „Social Psychological and Personality Science".

Händewaschen hilft, eine Sache mental „abzuschließen“
Trotz der optimistischen Einstellung kamen die Probanden jedoch auch im zweiten Anlauf nicht zu mehr Erfolg, stattdessen lösten diejenigen, die sich die Hände gewaschen hatten, die nun gestellten Aufgaben sogar noch schlechter als die Vergleichsgruppe: „Die Ergebnisse zeigen, dass körperliche Reinigung nach einem Misserfolg Optimismus verstärkt, aber die zukünftige Leistung im gleichen Aufgabenbereich hemmt […]. Darüber hinaus scheint der Einfluss der physischen Reinigung auf höhere kognitive Prozesse nicht immer positiv zu sein, aber es hilft dabei, eine Sache abzuschließen“, so der Psychologe weiter. So könne vermutet werden, dass Händewaschen zwar helfen könne, die negativen Gefühle des Misserfolgs „abzuwaschen“ – zugleich würde dieser Reinigungsprozess aber auch dazu führen, dass die Motivation danach sinke und sich weniger angestrengt werde. (nr)

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Bild: josupewo / pixelio.de