Häufiges Gelenkleiden: Arzt warnt vor „Smartphone-Daumen“

Alfred Domke

Durch intensive Handy-Nutzung droht „Smartphone-Daumen“

Handys und Smartphones sind für viele Menschen zum unverzichtbaren Alltagsbegleiter geworden. Vor allem für einen Großteil der Teenager ist ein Leben ohne die kleinen Geräte heutzutage kaum mehr vorstellbar. Das kann gesundheitliche Folgen haben, denn durch eine zu intensive Handy-Nutzung drohen „Phone-Krankheiten“ wie der „Smartphone-Daumen“.

Handys werden 53 Mal Pro Tag angeschaltet

Smartphones und Handys sind aus unserem Alltag kaum noch wegzudenken, vor allem nicht für die Jüngsten. So zeigte eine Studie, dass es viele Kinder nur 30 Minuten ohne Handy aushalten, bis sich regelrechte Entzugserscheinungen einstellen. Doch auch Erwachsene können ihre Finger kaum davon lassen: Laut einer Untersuchung von Forschern der Universität Bonn aktivieren Handybesitzer ihr Gerät im Durchschnitt 53 Mal am Tag. Das kann gesundheitliche Folgen haben: Eine intensive Handy-Nutzung begünstigt „Phone-Krankheiten“ wie den „Smartphone-Daumen“.

Laut einer Untersuchung schalten Smartphone-Besitzer ihr Gerät im Durchschnitt 53 Mal am Tag ein. Durch intensive Handynutzung drohen „Phone-Krankheiten“ wie der „Smartphone-Daumen“. (Bild: Rido/fotolia,com)

Smartphone-Nutzung mit gesundheitlichen Folgen

Dass die immer intensivere Nutzung von Smartphones nicht ohne gesundheitlichen Folgen bleibt, ist schon länger bekannt.

So zeigten Studien, dass solche Geräte bei Kindern und Jugendlichen die Schlafqualität vermindern und zu Sprach- und Konzentrationsstörungen führen.

Zudem gehen Experten davon aus, dass durch die ständige Smartphone-Nutzung die Kurzsichtigkeit zunehmen wird.

Des Weiteren drohen durch die Körperhaltung mit gesenktem Kopf Haltungsschäden wie Nackenverspannungen.

Und nicht zuletzt riskieren Menschen, die ständig simsen, surfen und whatsappen, dass sie Daumenschmerzen bekommen.

Häufige „Phone-Krankheiten“

„Die Gelenke und Sehnen des Daumens werden durch die einseitige, monotone und langandauernde Bewegung in hoher Frequenz, bei der auch noch Druck ausgeübt wird, übermäßig belastet“, erklärt der Arbeitsmediziner DDr. Karl Hochgatterer aus dem oberösterreichischen Perg in der aktuellen Ausgabe des Gesundheitsmagazins „MEDIZIN populär“, in dem es einen Beitrag zu den häufigsten „Phone-Krankheiten“ gibt.

Den Angaben zufolge reiben sich die Sehnen durch die Überlastung innen an den Sehnenscheiden, was häufig eine Sehnenscheidenentzündung nach sich zieht – mit schmerzhaften Folgen sowohl bei Bewegung als auch in Ruhe.

Um solchen Beschwerden vorzubeugen, sollten Smartphones laut Experten grundsätzlich eher kurzzeitig genutzt werden.

Zudem empfiehlt es sich, sich auf den allernötigsten Einsatz zu beschränken und darüber hinausgehende Tätigkeiten wie beispielsweise E-Mails zu schreiben an den Computer zu verlagern.

Dies kann dazu beitragen, dass „Phone-Krankheiten“ wie „Smartphone-Daumen“ oder „Handy-Nacken“ seltener auftreten. (ad)