Häufiges Hafer Essen kann Diabetes vorbeugen und Hautkrankheiten lindern

Alfred Domke
Gesundes Getreide: Hafer hilft gegen Diabetes und Hautleiden
Die heilende Kraft des Hafers war schon im Mittelalter bekannt. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird das gesunde Getreide unter anderem genutzt, um den Blutzuckerspiegel im Zaum zu halten. Auch zur Linderung von Hautleiden ist die Arzneipflanze des Jahres 2017 geeignet.

Gesundheitliche Vorteile von Hafer seit Jahrhunderten bekannt
Die meisten Menschen kennen Hafer vermutlich vor allem durch Haferflocken oder -kekse. Schon im Mittelalter wusste man, wie gesund das Getreide ist. Auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) kommt Hafer zum Einsatz, etwa um den Blutzuckerspiegel unter Kontrolle zu halten. Das Getreide ist nicht nur glutenarm, sondern auch reich an Nährstoffen, wie den Mineralien Magnesium, Eisen und Zink sowie den Vitaminen B1 und B6.

Hafer gehört zu den gesündesten Getreidesorten überhaupt. Er hilft unter anderem gegen Diabetes und Hautleiden. 2017 ist Hafer die Arzneipflanze des Jahres. (Bild: Timmary/fotolia.com)

Zur Behandlung von Magen-Darm-Erkrankungen
Der Studienkreis „Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ an der Universität Würzburg hat den Saathafer zur Arzneipflanze des Jahres 2017 gekürt.

„Ist von Arzneipflanzen die Rede, denkt man sicher nicht gleich an Getreidearten“, heißt es in einer Mitteilung der Hochschule. „Der Saathafer (Avena sativa) jedoch liefert mehrere, ganz unterschiedliche Heilmittel.“

Mehr zum Thema:

Wie Johannes Gottfried Mayer vom Studienkreis erläuterte, reiche sein Einsatzspektrum von der Behandlung der Haut über Magen-Darm-Erkrankungen bis hin zur Vorbeugung etwa von Arteriosklerose (Arterienverkalkung) und Diabetes mellitus Typ 2.

Drei verschiedene Heilmittel
Der Hafer liefert insgesamt drei verschiedene Heilmittel: Neben dem Haferstroh gewinnen in jüngerer Zeit auch Kraut und Korn an Bedeutung. Das Haferstroh wird für Bäder verwendet, die bei Hautverletzungen und Juckreiz helfen sollen.

Für die Nutzung des Krauts wird der Hafer vor seiner Blüte geerntet. Das Kraut ist reich an entzündungshemmenden Flavonoiden und immunmodulierenden Saponinen und besitzt einen hohen Anteil an Mineralstoffen. Extrakte des Haferkrauts werden unter anderem bei Neurodermitis und Psoriasis (Schuppenflechte) eingesetzt.

In den 1990er Jahren wurde in Frankreich eine besonders geeignete weiße Hafersorte gewonnen, die frei von Proteinen, auch von Gluten, ist. Entsprechende Hautpflegemittel wie Cremes, Körpermilch und Badezusätze sind so für Allergiker besonders gut verträglich.

Positive Effekte auf den Cholesterin- und den Blutzuckerspiegel
Wie die Universität weiter mitteilt, wird die Frucht, das Haferkorn, als vollreifes Korn genutzt. Sie liefert neben einem hohen Gehalt an den Vitaminen B1 und B6 auch viele Ballaststoffe. Die Beta-Glucane sind dabei von besonderem Interesse, sie machen etwa die Hälfte des gesamten Ballaststoffgehalts im Hafer aus.

Mayer zufolge haben Hafer-Beta-Glucane Wirkungen auf den Verdauungstrakt und den Stoffwechsel, im Vordergrund stehen positive Effekte auf den Cholesterin- und den Blutzuckerspiegel. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit habe 2011 bestätigt, dass der Verzehr von Beta-Glucan aus Hafer zur Senkung des Cholesterolspiegels beitragen kann. (ad)