Häufung von Hirnhautentzündungen

Alfred Domke

Vermehrt Enterovirus-Infektionen im Landkreis Bayreuth

17.08.2013

Seit Anfang Juli kommt es im Landkreis Bayreuth zu einer Häufung von Enterovirus-Infektionen. Das Klinikum Bayreuth sieht sich gerüstet für das verstärkte Auftreten der Erkrankungen.

Weitere Ausbreitung nicht ausgeschlossen
Im Klinikum Bayreuth wird seit Anfang Juli eine Häufung von Patienten mit Enterovirus-Infektionen registriert. Auffällig sei, dass die Fälle vor allem aus dem südlichen Landkreis stammen. Dr. Sven Schimanski, Chefarzt des Instituts für Laboratoriumsmedizin und Mikrobiologie (ILM) der Klinikum Bayreuth GmbH meint jedoch: „Eine weitere Ausbreitung des Erregers in das Stadtgebiet Bayreuth ist allerdings nicht auszuschließen.“

Bisher 26 Fälle diagnostiziert
In der Bayreuther Klinik wurden bislang 26 Fälle von Infektionen durch Enteroviren diagnostiziert. Bei der Hälfte der Patienten handele es sich um Kinder, teils jünger als fünf Jahre alt. Bei allen Betroffenen zeige sich ein komplikationsfreier Verlauf. Eine Enterovirus-Infektion kann verschiedene Erkrankungen verursachen, manchmal jedoch auch vollkommen symptomfrei verlaufen. Typisch für den Verlauf sind einige Tage anhaltendes Fieber und Schüttelfrost. Im Volksmund wird eine solche Erkrankung auch als „Sommergrippe“ bezeichnet. Das Virus kann gelegentlich jedoch auch eine Hirnhautentzündung (Meningitis) mit meist guter Prognose verursachen.

Häufung von Hirnhautentzündungen
Die momentane Enterovirus-Epidemie sei gekennzeichnet durch die relativ hohe Anzahl an Patienten mit Hirnhautentzündungen sowie durch die häufige Erkrankung von jungen Erwachsenen. Typische Symptome einer Meningitis sind Kopfschmerzen, Unverträglichkeit von Licht, steifer Nacken, Übelkeit und Fieber. Darüber hinaus können allgemeine Symptome wie Abgeschlagenheit, Muskelschmerzen, Bauchschmerzen, Durchfall oder ein akuter Hautausschlag auftreten. In Bayreuth sieht man sich gut gewappnet und auf eine eventuell ansteigende Zahl der Erkrankungen vorbereitet. Durch gezielte Hygienemaßnahmen soll eine Übertragung des Erregers auf weitere Patienten bestmöglich ausgeschlossen werden und anhand eines speziellen Verfahrens der Molekularen Diagnostik zur Erkennung von Virusinfektionen könne die Diagnose zuverlässig gestellt und somit unnötige diagnostische und therapeutische Maßnahmen vermieden werden. Außerdem werden die zuständigen Gesundheitsämter kontinuierlich über die aktuellen Nachweise informiert.

Gefahr durch gründliches Händewaschen eindämmen
Das Enterovirus tritt vor allem in den Sommer- und Herbstmonaten vermehrt auf und ist weltweit verbreitet. Es wird auf dem Weg der Schmierinfektion übertragen. Deshalb kann die Gefahr einer Ansteckung durch gründliches und wiederholtes Händewaschen, etwa vor dem Essen oder nach einem Toilettengang, eingedämmt werden. Wegen der leichten Übertragbarkeit komme es zu Ausbrüchen, vor allem in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten oder Krippen. (ad)

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Bildnachweis: B.Stolze / pixelio.de